CHINA.

Die chinesische Wirtschaft wächst seit fünf Jahren mit einer zweistelligen Zuwachsrate. Für 2007 lag der Wert bei nicht weniger als 11,5%. Viele Faktoren haben zu dieser eindrücklichen Entwicklung beigetragen, so die zunehmende Urbanisierung, eine verstärkte Industrialisierung, die Globalisierung sowie die marktwirtschaftliche Öffnung, was einen nachhaltigen ökonomischen und sozialen Fortschritt zur Folge hat.

Nun, da die 1,3 Billionen zählende Bevölkerung höhere Einkommen erzielt als je zuvor, ist der inländische chinesische Markt gross genug, um nicht nur im Export zu brillieren, sondern auch mit der Inlandnachfrage nachzuziehen. Unterstützt wird das Vorhaben durch eine hohe Sparrate, grosse Zuflüsse an internationalem Kapital sowie gigantischen Devisenreserven. Weitere Bausteine, die für eine Fortsetzung der Wirtschaftsdynamik sprechen, sind die günstigen und gut ausgebildeten Arbeitskräfte sowie dramatische Verbesserungen in der Produktivität und im internationalen Wettbewerb. Lässt man all diese Faktoren Revue passieren, erscheint es fast unmöglich, dass Chinas Wirtschaft aus dem Tritt geraten sollte.

Wachstum hat Schattenseiten

Der aktuelle Wirtschaftsboom in China bringt nebst positiven aber auch negative Entwicklungen mit sich. So ist es der chinesischen Notenbank mit einer vorsichtigen Fiskal- und einer restriktiven Geldpolitik bislang trotz mehrmaliger Zinserhöhungen nicht gelungen, das Wachstum zu bändigen. Die heisslaufende Konjunktur sowie die starke Anlehnung des Yuan an den Dollar haben die Inflation jüngst über die gewünschte Zielgrösse ansteigen lassen. Im November 2007 kletterte die Teuerung nahe an die Marke von 7% und markierte damit ein Elf-Jahres-Hoch. Stark zu schaffen machen den Chinesen in erster Linie die steigenden Agrarpreise, die rund 34% des Warenkorbes ausmachen. Klimatische Bedingungen sowie die zunehmende Verwendung von Agrargütern wie Mais für die Erzeugung von Biotreibstoffen halten den Druck auf diesen Sektor hoch. Belastend wirkt sich der in den vergangenen Jahren erfolgte leichte Rückgang des anbaufähigen Landes aus. So hat China einen Anteil von 22% an der globalen Population, verfügt aber nur über 7% des weltweit nutzbaren Bodens. Davon sind zudem grosse Teile durch Schwermetallrückstände belastet oder unterliegen einer starken Erosion. Die steigende Abhängigkeit Chinas von Rohstoffen zeigt sich auch beim zentralen Energieträger Erdöl. Zur Deckung des zunehmenden Bedarfs muss im laufenden Jahr bereits nahezu 50% des geschätzten Verbrauchs importiert werden. Ein Trend,der sich angesichts des im internationalen Vergleich noch äusserst tiefen Pro-Kopf-Verbrauchs fortsetzen wird. Schattenseiten offenbaren auch Versäumnisse in der Umweltpolitik. Diese beengen mehr und mehr das Ausschöpfen des Wachstumspotenzials. Das hat allerdings die Regierung erkannt, und sie stellt im aktuellen Fünfjahresplan erhebliche Mittel zur Verfügung, um die angestrebte Steigerung der Energieeffizienz und die Verringerung des Schadstoffausstosses zu erreichen. Nebst der Rohstoff- und Umweltproblematik gibt die trotz der jüngst erfolgten Korrekturen noch immer recht hohe Bewertung des inländischen Aktienmarktes gewissen Grund zur Sorge. Das Ganze relativiert sich allerdings, wenn die aktuelle Börsenkapitalisierung mit dem Bruttoinlandprodukt verglichen wird. Zumal die kotierten Unternehmen anhaltend solide Gewinnzuwachsraten im Bereich von jährlich rund 15% verzeichnen. Zudem kann das Marktrisiko durch die Berücksichtigung der günstigeren Börsen in Hongkong und Taiwan verringert werden. Anlagefonds wie der Pioneer Greater China Equity machen sich diese Tatsache zunutze. So figurieren gegenwärtig unter den zehn Top-Positionen des Aktienfonds nebst des gewichtigsten, in Hongkong domizilierten Telekommunikationsunternehmens China Mobile die in Schanghai gelistete Industrial & Commercial Bank of China und die Taiwan Semiconductor Manufacturing.

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Abhängigkeit von Rohstoffen

Ungeachtet der belastenden Momente bleiben das weltwirtschaftliche Wachstum im Allgemeinen und dasjenige in China im Speziellen auch 2008 auf hohem Niveau. Im laufenden Jahr dürfte China erstmals Deutschland als Exportweltmeister ablösen. Bis in zehn Jahren könnte das Land die USA überholen und gemessen an der Kaufkraft das absolut grösste Bruttoinlandprodukt erwirtschaften, vorausgesetzt, es erleidet auf dem Weg dahin keine grossen Rückschläge. Die im Sommer 2008 anstehenden Olympischen Sommerspiele werden den vollzogenen Aufstieg zur Supermacht eindrücklich demonstrieren. Gemäss dem chinesischen Horoskop ist das im Februar beginnende Jahr der Ratte ein Jahr der Fülle, das günstige Gelegenheiten und gute Aussichten bringt. Auch vom Horoskop her stehen also die Ampeln für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte weiter auf Grün.