Der bereits rund einhundert Jahre dauernde Streit um die Nutzung der Biermarke «Budweiser» geht in eine neue Runde. Der Getränkeriese Anheuser-Busch InBev (AB InBev) mit Hauptsitz in Belgien gab am Donnerstag die Übernahme der kleinen tschechischen Brauerei Pivovar Samson bekannt.

Der Kauf stärke die rechtliche Position von AB InBev in dem Markenstreit, erklärte ein Sprecher. Die gegnerische Seite, die staatliche tschechische Brauerei Budejovicky Budvar aus dem böhmischen Budejovice (Budweis), wies das umgehend zurück.

124 Gerichtsverfahren in hundert Jahren

Die Brauereiunternehmen wollen beide die Marke «Budweiser», in den USA auch als «Bud» abgekürzt, exklusiv nutzen. Bisher vertreibt AB InBev seine Variante vor allem in Amerika und Asien, Budejovicky Budvar dagegen in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland. Von 124 Gerichtsverfahren, die es weltweit bereits in der Sache gab, entschied laut der tschechischen Nachrichtenagentur CTK Budejovicky Budvar 88 für sich.

Vom Kauf von Pivovar Samson durch den nach Ausstoss weltgrössten Brauer AB InBev zeigte sich Budejovicky Budvar am Donnerstag unbeeindruckt. Das Geschäft habe «keine Auswirkungen» auf den Streit. Pivovar Samson habe schliesslich bisher keine einzige Marke mit einem Bezug auf «Budweiser» im Angebot gehabt. «Budweiser» gilt als eine der wertvollsten Marken überhaupt.

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(sda/gku)