Klar: Grösse, Preis und Prestige - zum Teil auch die keineswegs unumstrittene Designgebung - sorgen für die gewollte Differenzierung in der BMW-Familie. Aber Historie und Verkaufszahlen weisen darauf hin, wie wichtig die mittlere Oberklasse für BMW ist. 5,5 Mio Fünfer wurden seit 1972 gebaut, alle in Dingolfing. Der Erfolgsbringer und Kassenfüller ist und bleibt damit Standbein des Münchner Konzerns, auch in seiner Neuauflage. Und ein Erfolgsgarant dazu. Dazu trägt bei, dass sich BMW nach der Lancierung typischer Nischenmodelle wie dem Coupé X6 oder dem 5er GT mit der Lancierung der neuen 5er-Limousine wieder darauf konzentriert, mit einem ebenso be- wie geliebten Volumenmodell den hart umkämpften Premiummarkt aufzumischen.

Keine Experimente

Die Risiken, mit der aktuellen Baureihe das Gusto der Käufer zu verfehlen, wurden bewusst klein gehalten, auf Experimente liessen sich die Ingenieure diesmal nicht ein. Dafür orientierten sie sich an der Fahrzeugarchitektur des Siebners. Charismatisch, elegant, aber auch sportlich ist der Auftritt der Business-Limousine; mit dem längsten Radstand im Segment (2,97 m, plus 8 cm gegenüber dem Vorgängermodell) und dementsprechend zusätzlichem Beinraum für die Rücksitzpassagiere, mit der langen Motorhaube, mit den kurzen Überhängen und mit der coupéhaft fliessenden Dachlinie hebt sich der Sedan (so die BMW-Sprachregelung als Synonym für Limousine) von seinem Wettbewerbsumfeld ab. Diese Form der Limousine sei eigentlich ein alter Hut, ebenso klassisch wie konservativ halt. Aber BMWs Chefdesigner Adrian van Hooydonk räumt ein, dass ein Auto passen muss wie ein Massanzug. Beim Fünfer waren die richtigen Schneider am Werk.

Das gilt - bei BMW fast selbstredend - auch für die gesamte Fahrzeugtechnik. Das Fahrverhalten ist ebenso dynamisch wie komfortorientiert. Die Agilität des Fünfers orientiert sich an den Massstäben, die der Dreier setzt, die Souveränität aber reicht an das Niveau der Luxuslimousine Siebner heran. Die individuelle Abstimmung der Charakteristik des Fahrzeuges wird durch die Fahrdynamik-Control ermöglicht, die in Verbindung mit der Sportautomatik, der dynamischen Dämpfer-Kontrolle und der Integral-Aktivlenkung zur Verfügung steht.

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Dem Siebner entlehnt wurden zudem die wichtigsten Fahrer-Assistenzsysteme. Die Liste der Optionen ist lang, dementsprechend steigt der Preis des Wunschautos exorbitant rasch in die Höhe. Bei den rund 61900 Fr., die für die Basisvariante 520 d (ab Sommer erhältlich) ausgelegt werden müssen, bleibt es kaum.

Typisch BMW ist auch die Breite der zur Verfügung stehenden Motoren: Erhältlich sind ein Achtzylinder sowie drei Sechszylinder-Benzinmotoren, ein Vierzylinder-Turbodiesel sowie zwei Sechszylinder-Selbstzünder.