Die schleppende Nachfrage nach teuren Zeitmessern haben dem Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont das vergangene Geschäftsjahr 2016/17 verhagelt. Obwohl seit Jahresanfang die Uhrenexporte wieder angezogen haben und Schmuck gut läuft, konnte der hinter der französischen LVMH Gruppe zweitgrösste Anbieter von Luxuswaren den Rückstand nicht aufholen.

Unter dem Strich stand nach Firmenangaben vom Freitag ein Überschuss von 1,21 Milliarden Euro – 46 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit verfehlte Richemont die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt einen Gewinnrückgang um 40 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro prognostiziert hatten.

Aktionäre erhalten höhere Dividende

Die Erlöse aus dem Verkauf von Cartier-Schmuck, Edeluhren der Marken Piaget und IWC sowie Schreibutensilien und Ledermode sanken um vier Prozent auf 10,65 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 1,80 von bisher 1,70 Franken je Aktie angehoben werden.

Zudem legt der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm über zehn Millionen Aktien auf. Im laufenden Geschäftsjahr geht der Genfer Konzern davon aus, dass im Handelsumfeld Unsicherheit und Volatilität anhalten dürften.

Sondereffekte wegen Fusion im Vorjahr

Das Ergebnis ist durch Sondereffekte beeinflusst. Im Zusammenhang mit der Fusion der Online-Tochter Net-a-Porter mit der italienischen Yoox hatte Richemont im Vorjahr einen Buchungsgewinn von 639 Millionen Euro erzielt. Zudem hat der Konzern Immobilien sowohl ge- als auch verkauft.

(reuters/mbü)

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