ZURICH.MINDS ist eine Community der führenden Köpfe aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur. Sie wurde vom Unternehmer und Schriftsteller Rolf Dobelli gegründet, der bereits Nassim Taleb («Black Swan») in die Schweiz holte. Zu Besuch in Zürich war diesmal der wohl renommierteste lebende Mathematiker: Benoît Mandelbrot (85). Er wurde in den 80er-Jahren mit einem Schlag als Entdecker der Fraktale bekannt. Der mit über 50 Ehrendoktor-Titeln bekränzte Mandelbrot war Professor an allen grossen Universitäten dieser Welt, vier Mal allein in Harvard: Einmal für Ökonomie, einmal für Physik und zwei Mal für Mathematik. In allen drei Gebieten wird er als heisser Nobelpreisanwärter gehandelt. Die Diskussionen in der Zürcher Kronenhalle kreisten um den Stand der Wissenschaften, vor allem der Ökonomie. Was wenige wissen: Mandelbrot war einer der Ersten, der Börsenkurse auf ihre statistischen Qualitäten geprüft hat. Schon vor 50 Jahren hat er bewiesen: Börsenkurse sind nicht zu prognostizieren. «Jeder, der es sich anmasst, ist ein Scharlatan», meint er, während er den währschaften Kalbsbraten kostet. Mandelbrot nimmt kein Blatt vor den Mund. Sein Buch «The Misbehavior of Markets» hat schon 2004 vor der Finanzkrise gewarnt. Seine Memoiren werden im nächsten Jahr im Piper Verlag erscheinen.

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