Der Fingerzeig ist zwar da, dramatisiert werden darf er aber nicht: In der Umfrage des Verbands Schweizerischer Generalunternehmer (VSGU) zur Entwicklung des hiesigen Baumarktes 2008 meldet eine der insgesamt 21 Mitgliedfirmen eine im Vorjahresvergleich fallende Tendenz. Daraus lässt sich schliessen, dass zwar die schweizerische Baukonjunktur ihren Zenit – nach ein paar flotten Jahren – im Rahmen der bei ihr üblichen und daher bekannten Konjunkturzyklen überschritten hat, dass aber von einem spürbaren Abschwung, mit einem Zeithorizont weit ins Jahr 2009 hinein, nicht die Rede sein kann. Vor allem, weil die General- (GU) und Totalunternehmer (TU) gut aufgestellt sind. Termin- und Kostentreue sind ihre Trümpfe, dazu aber auch der unabdingbare Wille, zukunftsorientiert mit neuen Technologien und optimierten Prozessen das Bauen günstiger, aber auch ebenso nachhaltiger zu gestalten. Die Situation der hiesigen Anbieter von baulichen Gesamtdienstleistungen verspricht daher auch für 2008 einen Erfolg auf ganzer Breite. Die Gründe hierzu:

Zu Beginn des Jahres 2008 lag der Auftragsbestand im Inland um 8,4% höher als vor zwölf Monaten. Im – allerdings seines Volumens wegen eher bedeutungslosen – Ausland schrieben die GU/TU ein Plus von 7,4%.

2007 verzeichneten die VSGU- Mitgliedfirmen einen Umsatzzuwachs von 2% auf 5,8 Mrd Fr. Damit sicherten sich die Gesamtdienstleister am hiesigen Hochbauvolumen einen Marktanteil von 15%.

Wesentlich stärker gestiegen als der Honorarumsatz ist im letzten Jahr die Zahl der Beschäftigten, dies um 20,4% auf nunmehr rund 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es mangelt an Fachleuten

So zufriedenstellend die generellen Aussichten sind, so ausgesprochen ausgetrocknet präsentiert sich der Personalmarkt. Spezialisten fürs Projektmanagement sind dünn gesät. Dies veranlasst den VSGU, das Aus- und Weiterbildungsangebot zu intensivieren, um diese Lücke schliessen zu können. Denn gute, erfahrene Planer und Realisatoren garantieren, neben den ausgehandelten Preisen und Terminen, Qualität. Hier kommt der VSGU der Zielsetzung eines eigenen Gütesiegels – dies in Zusammenarbeit mit der SQS Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme – einen bedeutenden Schritt näher. Mitte 2009 soll das Label, das die Mitglieder zu einem in jeder Beziehung korrekten Geschäftsverhalten verpflichtet, eingeführt sein. Was die GU/TU stärkt, auch im Auftritt gegenüber den Auftraggebern.

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