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Steuerbetrug
Der HSBC-Datenklau und die Diamanten-Stadt

Diamanten: Fast jeder Diamentenhändler in Antwerpen steht im Fokus von Steuerermittlungen. (Bild: Bloomberg)

Kurz nach einem Milliarden-Vergleich in den USA steht die Bank HSBC wieder im Fokus von Steuerhinterziehung und Geldwäscherei. Gestohlene Genfer Daten sorgen in Belgien für Wirbel.

Veröffentlicht am 02.12.2013

Der Datenklau des Ex-HSBC-Informatikers Hérvé Falciani in der Genfer-Filiale der Grossbank sorgt in Belgien für hohe Wellen. Ende Oktober zitierte die Zeitung «De Tijd» aus Akten der verschwundenen Daten. Von den 3137 Genfer Konten sollen 2450 belgischen Kunden gehört haben.

Die Enthüllung der Zeitung zeigen, dass 70 Prozent dieser Klienten zur belgischen Diamanten-Industrie gehören - die Ermittler konzentrieren sich demnach auf Händler in Antwerpen. Knapp 80 Prozent der weltweiten Produktion von Rohdiamanten wird von Händlern in Antwerpen gehandelt und 50 Prozent aller verarbeiteten Steine gehen durch die Hände der Antwerpener. Bereits 2011 konnte man in «De Tijd» lesen, dass 170 Diamantenhändler Kunden von HSBC Genf waren, die neuen Erkenntnisse stellen jenen Artikel weit in den Schatten.

Nachdem im letzten Monat diverse Hausdurchsuchungen rund um Antwerpen stattfanden, steht HSBC wieder im Fokus von Geldwäscherei-Ermittlungen, kurz nachdem die Bank mit den US-Behörden einen Milliardenvergleich wegen demselben Vergehen abschloss. Die Bank werde mit den belgischen Behörden kooperieren, sagte ein HSBC-Sprecher.

Die Ermittlungen der Steuerbeamten in Belgien ist die letzte Wendung in einer Saga, die 2008 ihren Anfang nahm, als Falciani den französischen Behörden die gestohlenen Daten anbot.

(chb)

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