1. Home
  2. Unternehmen
  3. Der Klimawandel hat für Blackrock Priorität

Interview
Der Klimawandel hat für Blackrock Priorität

Christian Staub: «Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung.»
Christian Staub: «Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung.»   Paolo Dutto/13 Photo

Blackrock ist der grösste Vermögensverwalter der Welt. Schweiz-Chef Christian Staub will Managern Nachhaltigkeit und Masshalten beibringen.

Von Sven Millischer und Stefan Barmettler
2017-11-08

Christian Staub, der Schweiz-Chef des weltgrössten Vermögensverwalters Blackrock, erklärt im Interview, was er von den Firmen fordert, in welche das US-Finanzhaus investiert ist: «Wir verlangen die Offenlegung von Klimarisiken und Schutzmassnahmen gemäss einheitlicher Standards um die Auswirkungen des Klimawandels auf einzelne Unternehmen, Sektoren und Anlagestrategien aufzuzeigen.» Der Klimawandel gehöre zu Blackrocks Prioritäten im Engagement mit investierten Unternehmen.

Daneben fordert Staub auch mehr Diversität in den kotierten Unternehmen: «Wir tun dies, weil wir überzeugt sind, dass mit guter Corporate Governance und Diversität nachhaltig eine bessere Rendite erzielt wird.» Dabei gehe nicht  um Frauen. Solide akademische Studien würden zeigen, so Staub, dass ein divers aufgestellter Verwaltungsrat – nach Geschlecht, nach Herkunft, Alter uns so weiter – «langfristig bessere Entscheide» treffe. Insofern sei das Engagement eine indirekte Folge des Auftrags von Blackrock: «Der lautet simpel: Gelder des Kunden langfristig zu sichern und zu mehren.»

«Cheflöhne sollen mit persönlicher Performance zu tun haben»

Zudem setzt sich Blackrock für vernünftige Entlöhnungsmodelle für Topkader ein. Dem Vermögensverwalter geht es dabei weniger um die Höhe der Saläre und Boni, sondern um Grundsätzliches. «Wir sprechen uns klar gegen kurzfristige Anreizsysteme aus und gegen Kompensation, die nichts mit persönlicher Performance zu tun hat. Wenn etwa eine Firma ihrem CEO einen privaten Umzug bezahlt und dabei sogar die privat anfallenden Immobiliensteuern erstattet werden, unterstützen wir das nicht. Exzessive, leistungsunabhängige Vergütungen sind nicht im Interesse der Aktionäre.»

Mehr zum Thema lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

Anzeige