Der massive globale Wirtschaftsabschwung trifft die vom Export abhängigen Unternehmen besonders hart. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass in der Schweiz im internationalen Vergleich bisher relativ wenig grosse Insolvenz- und finanzielle Restrukturierungsfälle zu verzeichnen waren. In den zyklischen Industrien sind eine Vielzahl ausländischer Wettbewerber dagegen teilweise hoch verschuldet und befinden sich in finanziellen Schwierigkeiten.

Zeitfaktor

Als Folge des Kreditbooms der Jahre 2006 und 2007 trifft dies auch auf eine Vielzahl von Firmen in Private-Equity-Besitz zu, bei welchen die finanzierenden Banken die Eigentümer nun dazu drängen, eine akzeptable Lösung für die Fremdkapitalgeber zu erwirken. Sehr häufig sind die finanzierenden Banken in solchen Situationen bereit, selbst Konzessionen einzugehen, um das entsprechende Unternehmen vor einer Insolvenz zu bewahren.

Der Faktor Zeit ist entscheidend, da das betroffene Unternehmen ohne eine solide Finanzierungsgrundlage auch operativ nur eingeschränkt agieren kann. Auf der anderen Seite können hier finanziell solide und operativ gut aufgestellte Schweizer Unternehmen profitieren, wenn sie solche Opportunitäten frühzeitig erkennen und sich entsprechend positionieren. Dabei muss intern sichergestellt werden, dass eine Investitionsentscheidung sehr schnell getroffen werden kann.

Anzeige

Falsche Zurückhaltung

Trotz der Vielzahl solcher Opportunitäten ist gegenwärtig festzustellen, dass die meisten Schweizer Unternehmen immer noch mit einer grossen Unsicherheit bezüglich der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung konfrontiert sind und daher den momentanen Fokus weiterhin auf interne Optimierungen setzen. Eine gewisse Zurückhaltung hat sich in der Vergangenheit ja durchaus bewährt, trotzdem darf es aus Schweizer Sicht aber nicht verpasst werden, allfällige Gelegenheiten für Akquisitionen wahrzunehmen, um sich langfristig international weiterhin erfolgreich zu positionieren.