FOTOVERWALTUNG. Der beste Fotoapparat nützt nichts, wenn der ambitionierte Hobbyfotograf seine Bilder nicht in würdigem Rahmen präsentieren kann. Als Freund und Helfer entpuppt sich die Bildbearbeitungssoftware Lightroom (in Anlehnung an Darkroom = Dunkelkammer) von Adobe. Lightroom ist Bibliothek, Bearbeitungstool, Präsentationswerkzeug, Druckmodul und Webgalerienerzeuger in einem. Kostenpunkt: Rund 400 Fr.

Benutzerfreundlich, aber

Gegen den Photoshop kommt Lightroom nicht an. Dennoch ist die Bildbearbeitungsfunktion nicht zu verachten. Speziell ist die sogenannte non-destruktive Bildbearbeitung. Das heisst: Das Originalbild bleibt unverändert erhalten, während die einzelnen Bearbeitungsschritte getrennt aufgezeichnet werden. Dadurch kann jederzeit auf ältere Bildversionen zurückgegriffen werden. Das Originalbild kann jederzeit zum Vergleich mit eingeblendet werden. Im Gegensatz zum weitaus mächtigeren Photoshop ist Lightroom zudem um einiges benutzerfreundlicher. So lassen sich mit einem Klick rote Augen entfernen oder feste Belichtungsmuster erzeugen. Und: Auch riesige Raw-Daten können direkt bearbeitet werden.Der grosse Clou von Lightroom ist aber die Präsentationfunktion. Im Nu lässt sich aus einer Fotoauswahl eine Diashow mit Textelementen, wechselndem Hintergrund und Musik erstellen. Das Elaborat kann bequem als PDF-File gespeichert werden. Wer virtuell seine fotografischen Grüsse versenden will, der generiert gleich eine Webvorlage. Aus einer Vielzahl von äusserst geschmackvollen Präsentationsvarianten lässt sich eine adrette Galerie zusammenstiefeln. Die Lightroom-Flash-Galerie zeigt im Gegensatz zur HTML-Galerie eine Zeile von Miniaturbildern und ein grosses Vorschaufenster an. Hierbei ist auch die Darstellung als Diashow möglich. Ruckzuck lässt sich die Seite schliesslich auf einen Webserver hochladen, wo die Bilder anschliessend von Freunden aus aller Welt bestaunt werden können. Übrigens lohnt sich das Ablegen der Fotos im Cyberspace nicht nur aus sozialen Gründen: Auf dem Netz können nämlich weder Feuersbrünste, noch Wasserfluten oder ein Harddisk-Crash den Bildern etwas anhaben. Top-Adresse für eine umfassende Online-Bildverwaltung ist übrigens Flickr. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Sites, wie etwa Sevenload oder Fotocommunity.de.

zuweilen umständlich

Aber zurück zu Lightroom und dem eigenen Rechner. Hier wird das Programm leider etwas umständlich: Wer die bearbeiteten Bilder einzeln auf dem eigenen Computer abspeichern will, muss ein mühsames Exportprozedere durchexerzieren. Gleiches gilt im Übrigen auch für das Importieren der Bilder ins Lightroom. Sind selbige jedoch erstmal in der Bibliothek, so wirds komfortabel. Denn mit Tags und Stapel lassen sich die visuellen Errungenschaften bequem sortieren. Lightroom ist zwar Windows- und Apple-kompatibel. Für eingefleischte Mac-Fans gibts jedoch mit Aperture (englisch Blende) auch ein Apple-eigenes Programm mit vergleichbaren Möglichkeiten.

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