Jeden Abend gegen 18 Uhr wirbelt Meta Hiltebrand als Europas jüngste Fernsehköchin durch die Sendung Kochen.TV, die täglich auf sechs privaten TV-Stationen (u.a. Tele Züri) ausgestrahlt wird. Ihren Lebensunterhalt verdient die 26-Jährige, die 2003 die jüngste Küchenchefin im Kanton Zürich war, aber als selbstständige Störköchin. «Mit der Sendung und den damit verbundenen PR- und Medienterminen stellte ich mir die Frage, ob der Job eines Küchenchefs für mich der richtige wäre», sagt Meta Hiltebrand. Sie habe bereits als Teenager viel für Freunde gekocht und dieses Hobby nun professionalisiert. Mittlerweile fährt sie einen gesponserten Mini und trägt die Logos verschiedener Supporter auf der eigenen Kochblusen-Kollektion.

Ab 300 Franken dabei

Als USP setzt die Jungköchin auf den «Meta-Effekt»: «Die Kunden sollen mich persönlich spüren, deshalb koche ich maximal für 40 Personen.» Einen Promi-Zuschlag verlangt Meta Hiltebrand aber nicht, ebenso wenig kocht sie nur für Grossverdiener: «Ich berechne lediglich meinen Stundenlohn und die Warenkosten, sodass mich auch Normalverdiener buchen können. Ein Diner von mir sollte etwas Besonderes, aber nicht viel teurer als der Besuch eines guten Restaurants sein.» Ab einem Budget von 300 Fr. sei man bereits dabei: «Dann gibt es vielleicht einfach einen Pasta-Abend und ein edles Dessert.»

Es komme zwar vor, dass Kunden es bevorzugten, wenn sie den ganzen Abend nicht in Erscheinung trete; die meisten Gäste würden aber den Kontakt zu ihr suchen: «Da ich sehr gerne über meine Arbeit spreche, finde ich das toll. Ich habe kein Problem damit, meine Rezepte und Tricks zu verraten oder zu erzählen, woher ein bestimmtes Produkt stammt», so Meta Hiltebrand.

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Auch sonst sei sie völlig offen: Wenn ihr jemand in der Küche helfen wolle, könne er das tun; dadurch würde auch ihr Stundenlohn gesenkt. Auf Wunsch decke sie den Tisch, serviere, schenke Wein nach und reiche das Brot - werde mehr Personal benötigt, könne sie auf einen Pool von zehn Freelancern zurückgreifen. «Der Kunde ist König - wichtig ist nur, dass er Freude am Essen hat.»

Eigene Messer ein Must

Jeder Auftraggeber sei völlig anders, was extrem spannend sei. «Natürlich macht auch das Kochen in fremden Wohnungen Spass. Auffallend ist, dass die meisten Menschen ihre Küchen nach einem ähnlichen System einräumen - ich habe jedenfalls noch nie etwas suchen müssen.» Glücklicherweise besässen die meisten Leute eine gute Grundausstattung, sodass sie keine Geräte mitbringen müsse. Mit einer Ausnahme: Bei Messern vertraut Meta Hiltebrand nur ihren eigenen Werkzeugen.