Die Branche stecke in der schlimmsten Krise seit Jahren. Daran ändert sich so schnell nichts, glaubt Oswald Grübel, einst CEO der Credit Suisse, später bei der UBS. «Der nächste Aufschwung kommt erst in zehn Jahren», sagt Grübel in der Zeitung SonntagsBlick.

Weltweit strich die UBS in den vergangenen zwölf Monaten 7210 Jobs, die Credit Suisse 2058. «Der Personalabbau ist eine Folge der gesetzlich erhöhten Kapitalanforderungen», erklärt Grübel – und der ausbleibenden Gewinne. «Die Grossbanken verdienen nicht mehr genug, sie müssen ihre Bilanzen reduzieren, Personal abbauen. Erzielt eine Bank 10 Milliarden Gewinn pro Jahr, kann sie die Profite nutzen, um Kapital aufzubauen – doch diese Gewinne fehlen, deshalb werden die Banken kleiner.»

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SVP-Politiker und Banker Thomas Matter begrüsst die schrumpfenden Löhne beim Investment Banking. «Die Löhne dieser Sparte sind viel zu hoch, ich hoffe, dass sie dauerhaft zurückkommen», sagt Matter. Eine Hoffnung, die sich erfüllen dürfte. «Durch den Schrumpfungsprozess ist das Angebot an Bankern weit grösser geworden als die Nachfrage derzeit ist», sagt der Verwaltungsratspräsident der 2011 gegründeten Neuen Helvetischen Bank.

Doch nicht nur das Investmentbanking sei in der Schweiz bedroht, betont der Swissfirst-Gruppe-Gründer. «Bröckelt das Bankgeheimnis in der Schweiz weiter, dann kommt es zu einer dramatischen Reduktion des Finanzplatzes Schweiz», sagt Matter. «Über alle Sparten könnten in den nächsten Jahren bis zu 50000 Arbeitsplätze bedroht sein.»