Vorfreude sei die schönste Freude, wird behauptet; dementsprechend weckt BMW den automobilistischen «Gwunder», längst bevor der 7er in seiner mittlerweile fünften Auflage als Weltpremiere am Autosalon von Paris im Oktober dieses Jahres seine Publikumspremiere feiert. In München, am Hauptsitz der blau-weissen Marke, ist der Luxus-Bayer allerdings bereits als Vorserienmodell zu bestaunen, auf Europas Strassen schliesst er auf Testreisen in diesen Wochen zudem die Reifeprüfung ab. Einiges weiss deshalb die Gemeinde der Liebhaber deutscher Luxuskarossen schon vor der Markteinführung, wohl auch die scharfe Konkurrenz aus Stuttgart (Mercedes) und aus Ingolstadt (Audi). So etwa, dass die 7er-Neuauflage auf das voluminöse, aufgesetzte Heck des Vorgängers verzichtet und deshalb Grundsatzdiskussionen über das Design ausbleiben werden. Schon jetzt, vor der Einführung auf dem hiesigen Markt Mitte November, kennt man die wichtigsten Neuerungen.

Design: Dieses verkörpert, diesmal absolut mehrheitsfähig, natürliche Präsenz, souveräne Sportlichkeit sowie präzise Eleganz und verzichtet auf Firlefanz. Der eigenständige Auftritt, gezeichnet von Karim Antoine Habib, entsteht durch Designmerkmale wie die dynamische Proportion, die flache, gestreckte Seitenansicht, die voluminöse, aufrecht stehende und tief angeordnete markentypische «Niere» und die horizontal ausgerichtete, Kraft und Breite betonende Linie am Heck.

Fahrkomfort: Die Integral-Aktivlenkung steuert den Lenkwinkel der Vorder- und der Hinterräder, lenkt also alle vier Räder der 5,07 m langen Limousine (plus 3 cm gegenüber Vorgänger). Bei niedrigen Geschwindigkeiten werden die Hinterräder entgegen dem Lenkwinkel der Vorderräder eingeschlagen, was der Wendigkeit dienlich ist. Der Wendekreis verringert sich damit um 70 cm. Bei höheren Tempi garantiert das System souveräne Reaktionen des Wagens bei Spurwechsel und in Kurven.

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Luxus: Das innovative Innenraumkonzept ist exklusiv, hochwertig und wirkt vor allem einladend. Dazu gehört ein fahrerorientiertes Cockpit mit Mehrzweck-Display oder – als Option – ein Head-up-Display. Eine Weltneuheit ist zudem die integrierte Betriebsanleitung. Analog zu gängigen Computerprogrammen liefert sie dem Fahrer auf Abruf über das iDrive-System binnen Sekunden Informationen zu allen Ausstattungsdetails seines Fahrzeuges.

Bediensysteme: Das nunmehr ausgereifte, bedienerfreundlichere BMW iDrive hat einen komplett neuen Auftritt mit Menü-Darstellung auf dem 10-Zoll-Bildschirm. Verschiedene Zusatzfunktionen finden erstmals Einsatz in einem Personenwagen (siehe Kasten), so zusätzlich auch ein vollwertiger Internetzugang (bei Stillstand des Fahrzeuges) und dreidimensionale Navigationskarten von Google Earth.

Motoren: Das Triebwerkprogramm ist komplett überarbeitet worden und offeriert zwei Benziner (326 PS/407 PS) und einen Selbstzünder (245 PS).

Umwelt: Um rund 55 kg auf nunmehr 1860 kg (740i) hat BMW den 7er abgespeckt, die Dieselvariante soll mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,2 l/100 km auskommen. Damit wird der 730d zum wirtschaftlichsten Fahrzeug seines Segments; beeindruckend ist auch seine maximale Reichweite von 1100 km. Zudem generiert ein Bremsenergie-Rückgewinnungssystem zusätzliche Energie.

Preise: Für den Schweizer Markt sind diese noch nicht festgelegt. Aufgrund grober, erster Schätzungen dürfte sich das Einstiegsmodell in der Umgebung der 100000-Fr.-Linie bewegen.