Novartis-Chef Joseph Jimenez hat seine ablehnende Haltung gegenüber einer Grossübernahme bekräftigt. «Wir brauchen keinen grossen Deal», sagte der Amerikaner am Mittwoch auf einer Investorenveranstaltung in Boston. Der Pharmakonzern will weiterhin auf ergänzende Zukäufe setzen.

Aber auch was den Verkauf möglicher Anteile betrifft, sieht sich Jimenez nicht unter Zugzwang. Mit dem Verkauf der rund 14 Milliarden Dollar schweren Beteiligung am Rivalen Roche sei Novartis nicht in Eile, erklärte Jimenez weiter.

Keine Grund zur Eile

Am Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente will er festhalten. Solange das für Novartis Wert habe, bestehe keine Eile, die Option für den Verkauf des 36,5-Prozent-Anteils auszuüben.

Um Mehrwert geht es auch bei der Augensparte Alcon. Mit der derzeitigen strategischen Überprüfung verfolge man das Ziel, für die Investoren einen Mehrwert zu schaffen. «Wie genau wir uns das vorstellen, werden wir am Ende dieses Prozesses gegen Jahresende kommunizieren», sagte Jimenez.

Alcon ist 21 Milliarden Dollar wert

Bei dieser Gelegenheit betonte er erneut, dass es gerade im Bereich Medtech einen Mangel an mittelgrossen Unternehmen gebe. Den Buchwert für Alcon bezifferte der Manager derweil auf etwa 21 Milliarde Dollar.

Was die geschäftliche Entwicklung von Novartis betrifft, stellte der Manager eine Margenverbesserung in den kommenden Jahren in Aussicht. «Möglicherweise können wir schon im kommenden Jahr eine Verbesserung sehen«. Gleichzeitig machte Jimenez aber auch klar, dass Novartis nie in der Liga einer Amgen spielen werde. Das US-Unternehmen gehört innerhalb der Branche zu den margenstärksten.

Teure Lancierung

«Das liegt nicht zuletzt an den hohen Lancierungskosten, die wir durch Entresto und Cosentyx haben und auch in Zukunft haben werden.» Sein grundlegendes Ziel sei es, besser als die Konkurrenz zu sein. Wie genau die internen Ziele für sein Unternehmen aussehen, verriet der Manager aber nicht.

Für den US-Markt wiederum zeigt sich Jimenez zuversichtlich, dass es dort in den kommenden Monaten zu ersten Vorschlägen zur Preisgestaltung kommen werde. «Wir sehen eine erfolgsabhängige Preisgestaltung weiterhin als eine Option für den US-Markt», betont er in der Konferenz. Die eher volatilen Preise auf dem US-Markt während der vergangenen Monate hätten für viel Unruhe gesorgt.

(reuters/mbü/jfr)

Anzeige