Seit ihrer Einführung verursachen In-App-Käufe immer wieder Probleme. Die kostenpflichtigen Angebote innerhalb von Gratis-Apps sind ein bewährtes Mittel, um mit den Programmen Geld zu verdienen - für die Entwickler wie auch für Apple.

Der neuste Fall kommt aus Grossbritannien: Laut der «Sun» hat ein achtjähriges Mädchen zwischen März und Juli dieses Jahres mit dem iPad ihres Vater für 4000 Pfund (rund 5750 Franken) mit In-App-Käufen kräftig zugelangt.

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Bankkonto gesperrt

Lee Neale, der Vater des Mädchens, sagte gegenüber der Zeitung, dass seine kleine Tochter mit 74 Transaktionen innerhalb von nur sechs Tagen 2000 Pfund ausgegeben habe - dies bei harmlos klingenden Spielen wie «Mein Pferd» oder «Das Schlumpfdorf».

Dabei hat sie sogenannte Extras wie Juwelen oder Münzen gekauft, ohne zu realisieren, dass sie dadurch richtiges Geld ausgab. Neale hat die fleissigen Einkäufe seiner Tochter erst bemerkt, als die Bank sein Konto sperrte.

Account des Vaters

Das aufgeweckte Mädchen benutzte dafür den Account ihres Vaters, nachdem sie ihn bei der Eingabe des Passwortes beobachtet hatte. Zwar hatte Apple jeden Kauf wie gewohnt per Mail bestätigt, diese gingen jedoch an die Geschäftsadresse des Vaters und der verpasste sie, weil er anscheinend zu beschäftigt war.

Anfänglich weigerte sich Apple, das Geld zurückzuerstatten, da «alle betätigten Käufe im iTunes Store endgültig sind». Vergangenes Wochenende zeigte sich das Unternehmen jedoch kulant und überwies den vollen Betrag.

Sammelklage in USA

Dies ist nur ein Fall unter vielen, bei dem Kinder mit dem iTunes Konto ihrer Eltern auf Einkaufstour gingen. In den USA ist es gemäss dem Techportal Appleinsider 2011 deswegen zu einer Sammelklage gegen Apple gekommen. Dabei wurde dem Unternehmen vorgeworfen, dass es für Kinder zu einfach sei, solche In-App-Käufe zu tätigen. Die Klage wurde aussergerichtlich beigelegt und Apple verpflichtet sich, das Geld zurückzuerstatten, wenn Minderjährige solche Käufe getätigt haben.

In Grossbritannien setzt sich gemäss heise.de seit April dieses Jahres die Handelsaufsicht mit In-App-Angeboten auseinander. Dabei untersucht sie, ob Kinder in unrechtmässiger Form zum Kauf ermuntert werden.

Keine Fälle in der Schweiz

Auf Anfrage, ob es ähnliche Fälle auch in der Schweiz gegeben habe, sagt Andrea Brack, Pressesprecherin von Apple-Schweiz:« Ich habe keine Kenntnisse von solchen Käufen. Falls es ähnliche Fälle auch in der Schweiz gegeben hat, empfiehlt Apple Schweiz, sich bei Reklamationen direkt mit dem iTunes Support in Verbindung zu setzen.» Weiter rät sie Eltern, sich direkt im App Store im Dokument In-App-Käufe  zu informieren.

Das «Schlumpfdorf» inklusive teueren In-App-Käufen ist im Schweizer App Store jedenfalls erhältlich.