Nach wochenlangen Querelen ist die Staatshilfe für die Lufthansa geregelt. Damit ist der Mutterkonzern von Swiss und Edelweiss Air quasi wieder ein Staatsbetrieb. Nicht vollständig, aber der deutsche Staat soll immerhin 20 Prozent an der Lufthansa halten.

Sich wegen der Corona-Krise retten zu lassen, war für die Lufthansa unausweichlich, sonst wäre die Fluggesellschaft schnell insolvent geworden und gar nicht mehr unterwegs gewesen.

Ist jetzt alles wieder gut? Mitnichten. Die Lufthansa-Gruppe fliegt zwar weiter, aber zurechtgestutzt – und es werden sicherlich noch viele Mit­arbeitende in die Arbeitslosigkeit entlassen. Die Verluste sind enorm. Machen wir uns nichts vor: Es geht um viel mehr als nur um den 20-Prozent-­Staatsanteil. Zusätzliche Milliardenkredite müssen zurückgezahlt werden, das ist teuer und dauert ­Jahre. Diese Bürde schränkt ein – sei es bei der ­Suche nach Innovation oder dem Streben nach Wachstum, das die Branche in den vergangenen Jahren dominierte.

Klar, Luftfahrt war immer ein politisches Geschäft. Doch jetzt, mit den staatlichen Hilfen, wird jede Entscheidung der Airline-Manager auf die Goldwaage gelegt, dauernd werden Politiker rein­reden. Die EU hat der Lufthansa im Gegenzug für die Hilfen schon Start- und Landerechte weggenommen.

Das ist der Preis für die Rettung durch den Staat. Wir haben nun gelähmte Unternehmen und Wettbewerbsverzerrungen, denn manche Airlines kriegen Staatshilfe, manche nicht. Gesund ist das alles nicht.

Hören Sie im Podcast «HZ Insights»: «Flugreisen in Corona-Zeiten: Wie sauber ist die Kabinenluft?»