Oft muss man feststellen, dass der Unternehmer sich zu spät und zu wenig mit dem Ablöseprozess auseinandersetzt. Für einen Firmenverkauf, wofür die Vorbereitungszeit ohne Weiteres drei bis fünf Jahre betragen kann, ist dann das Unternehmen schlecht vorbereitet. Bei einer familieninternen Übergabe wird der Prozess mit zunehmendem Alter des Patrons komplizierter, der Nachfolger ist frustriert oder hat sich eine andere Karriere aufgebaut. Eine Übergabe in jüngeren Jahren bringt den Vorteil, dass harte Entscheidungen, beispielsweise gegen eine familien-interne Lösung, leichter fallen.

Nachfolger frühzeitig einbinden

Im Falle eines Verkaufs lohnt es sich kaum, den Verkaufszeitpunkt auf das optimale Marktumfeld hin zu planen. Wachstum von Umsatz und Profitabilität, die Aussichten des Unternehmens am Markt sind bei der Preisfindung ausschlaggebend und führen bei gut geführten und optimal vorbereiteten Unternehmen unabhängig von der Börsenlage zu attraktiven Preisen. Der Zeitpunkt für einen Verkauf wird wesentlich von der Lebensplanung des Unternehmers bestimmt. Während vor 20 Jahren die Unternehmer beim Verkauf im Durchschnitt 70 Jahre alt waren, sind sie heute deutlich jünger.

Bei der familieninternen Regelung muss der Unternehmer akzeptieren, dass sein Nachfolger nicht sofort sein «Kaliber» besitzt. Die frühe Übernahme von Verantwortung, ergänzt durch anspruchsvolle Spezialprojekte, hilft dem Nachfolger, sich sein Rüstzeug und die interne Akzeptanz zu erarbeiten. Spätestens im Alter von 60 Jahren sollte der Unternehmer mindestens das operative Tagesgeschäft abgegeben haben.

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Für eigentümergeführte Firmen empfiehlt es sich sehr, eine professionelle Corporate Governance mit familienexternen Verwaltungsräten umzusetzen. Mit dem Vorteil, dass die rationale Komponente in der Nachfolgevorbereitung gestärkt wird und der Unternehmer bei der schwierigsten Aufgabe weniger Mühe hat - dem «Loslassen».