BAURECHT. Der Meter ist zwar längst definiert, doch darüber, wie sich beispielsweise eine Gebäudehöhe von 10 m misst, gehen die Meinungen erheblich auseinander. Nicht in jedem Kanton wird das Messband am gleichen Punkt angesetzt, was zu unterschiedlichen Höhen führe, wie Philipp Müller, Generalbauunternehmer und Aargauer FDP-Nationalrat, berichtet.

Ein ähnlicher, die Planung erschwerender Wirrwarr der Begriffe und Messweisen herrscht etwa auch bezüglich Ausnützungsziffern, Gebäudeabstand oder Bruttogeschossflächen, wie Georg Ganz, Geschäftsführer der Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK), nachdoppelt.Dass eine Harmonisierung zu Einsparungen führt, hat eine Studie bereits 1998 gezeigt. Die darin genannten 2,4 bis 6 Mrd Fr. sind laut Ganz allerdings als Einsparung nur realisierbar, wenn das Bauen schweizweit auch materiell standardisiert und industrialisiert würde, was indessen auch Bauenschweiz ausdrücklich nicht will: Die Dachorganisation der Schweizer Bauwirtschaft verlangt in einer kürzlich verabschiedeten Resolution bloss eine formelle Harmonisierung beziehungsweise eine einheitliche Definition von etwa 30 Baubegriffen.

Unterschiedlicher Leidensdruck

«Den Kantonen wäre weiterhin erlaubt, die Masse festzulegen», präzisiert Müller, der mit einer von nicht weniger als 120 Ratskollegen mitunterzeichneten parlamentarischen Initiative dafür gesorgt hat, dass man sich auch beim Bund zum Problem Gedanken macht. Trotz guter Aufnahme auch in den einschlägigen Kommissionen bleibt der Vorstoss indessen bis auf weiteres schubladisiert und soll auch nach Meinung des FDP-Politikers nur bei einem Misslingen einer Konkordatslösung wieder hervorgeholt werden.Dieses Konkordat liegt seit 2005 vor, ist jedoch noch toter Buchstabe. Der BPUK-Geschäftsführer ist aber überzeugt, dass das für eine Inkraftsetzung erforderliche Quorum von sechs beigetretenen Kantonen 2008 erreicht wird.Die lange Dauer hange damit zusammen, dass meist der Weg über eine Baugesetzrevision gewählt wird. Von Bedeutung ist laut Ganz auch, dass das Problem vor allem den Generalunternehmen unter den Nägeln brennt. Das lokale Baugewerbe dagegen leide nicht derart unter dem Wirrwarr oder empfinde ihn gar als Schutz, weshalb von dieser Seite her kaum Druck gemacht werde.

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