In den USA dürfte die Arbeitslosigkeit hartnäckig hoch bleiben und die Notenbank weiter versuchen, mit der Geldpresse Finanzmärkte und Wirtschaft zu stützen. Damit würde sie die Inflationsrisiken in Zukunft erheblich erhöhen. In Europa erwarten wir, dass die Schuldenkrise weitere Kreise zieht. Nicht auszuschliessen ist, dass in letzter Instanz die EZB massiv Staatsanleihen aufkaufen muss. Die Konjunktur bleibt in den soliden Kernländern - auch in der Schweiz - stark, während die Peripherie zunehmend abgehängt wird.

Generell erwarten wir, dass sich Aktien 2011 besser entwickeln als Staatsanleihen, die unter steigenden Zinsen und höheren Ausfallrisiken leiden könnten. Die Bewertungen sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,5 nicht übertrieben hoch. Mit Blick auf die globale Konjunkturerholung sind wir im 1. Semester 2011 für den SMI wegen der defensiven Zusammensetzung eher vorsichtig und bevorzugen zyklischere Märkte wie DAX oder Schweizer Small und Mid Caps. Fürs Gesamtjahr 2011 dürfte aber ein Plus von 10 Prozent drinliegen.

Dank soliden Bilanzen, robusten Margen und moderater Bewertung sind wir verhalten optimistisch für Schweizer Aktien. Wir raten, sich auf Qualität, defensives Wachstum und ausgewählte mittelgrosse Firmen zu konzentrieren. Finanzielle Flexibilität bleibt Trumpf; auch defensives Wachstum aus solider und diversifizierter Marktposition in Schwellenländern oder aus Nischenprodukten ist attraktiv. Wir empfehlen z.B. bei Hauptwerten Nestlé, Novartis und Swiss Re und bei Nebenwerten Aryzta, Flughafen Zürich, Gategroup und Sulzer.

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Anleger sollten sich bewusst sein, dass Staatsanleihen nicht risikofrei sind und daher hochverschuldete Länder und lange Laufzeiten mit Blick auf mögliche Zinserhöhungen meiden. Mehr Potenzial haben breit diversifizierte Schwellenländer- und hochverzinsliche Firmenanleihen. Bei Aktien sollte man auf hohes Konsumwachstum in Emerging Markets setzen - über deutsche Exporteure oder gut diversifizierte Schwellenländeraktien. Und eins dürfte sicher sein: Die Volatilität bleibt hoch, was Anleger ebenfalls nutzen können.

Die makroökonomische Entwicklung 2011 birgt positives Überraschungspotenzial. Natürlich ist nach der starken Wiederbeschleunigung 2009/2010 ein «Durchatmen» möglich. Jedoch sehen wir das Wachstum, allen voran in den USA, breiter abgestützt. Dort sollte 2011 der Unternehmenssektor klar an Fahrt gewinnen, und die Konsumausgaben sollten dank verbesserter Arbeitsmarktlage leicht anziehen. Erste US-Zinsschritte lassen aber auf sich warten, und auch die quantitative Geldmengenausweitung bleibt ein Thema.

Ganz klar, die Folgen der Finanzkrise sind weiter spürbar. Doch gleichzeitig haben wir etliche positive Faktoren: Abschwächende Bankenprobleme, den sehr guten Zustand des Unternehmenssektors, starke Geldmengenausweitung, tiefe Zinsen, fehlende Anlagealternativen und Wiederaufkeimen der Wachstumsdynamik 2011. Diese Gemengelage spricht für reale Anlageklassen, vor allem Aktien. Als eher defensiver Markt dürfte der SMI global etwas hinterher hinken, dennoch sehen wir 2011 Potenzial im hohen einstelligen Bereich.

Die grössten Kurschancen sehen wir in den Sektoren zyklischer Konsum und Industrie. Für Konsumaktien spricht vor allem die Bewertung, die unter den Niveaus von 2007 liegt - dies trotz Rekordgewinnmargen bei gleichzeitig starkem Umsatzwachstum. Industriefirmen ihrerseits dürften von einem starken Trend bei Energieförderung/-gewinnung und alternativen Energiequellen profitieren. Wichtigstes Argument für beide Sektoren ist jedoch eine zunehmende Nachfrage aus den Schwellenländern.

Wir sind positiv für reale Anlageklassen (Aktien, Rohstoffe, Gold, globale Immobilien, Infrastruktur usw.), die durch Konjunktur und Geldpolitik getrieben werden. Wir raten gleichzeitig zur Vorsicht bei Nominalanlagen, vor allem langlaufenden Staatsanleihen. Niedrige Renditen werden noch geschmälert durch wahrscheinliche Kursverluste aufgrund moderat steigender Renditen und einer zu erwartenden Inflationsbewegung. Interessanter als Zinsanlagen sind Aktien, was durch attraktive Dividendenrenditen untermalt wird.

 

 

Eine erneute Rezession steht nicht auf unserem Radar. Die globale Konjunktur schwächt sich zwar 2011 leicht ab, dafür sind die Konjunkturkräfte breiter abgestützt. Schwellenländer dürften etwas an Tempo verlieren, die USA dafür leicht an Dynamik gewinnen, mit weiterhin voll expansiver Geldpolitik. Europa bleibt zweigeteilt: Der Norden mit gutem Wachstum (dank tiefen Zinsen und Arbeitslosenraten vermehrt binnenwirtschaftlich abgestützt), der Süden in Schuldenstarre. Geldpolitisch bleiben die Ampeln auf Grün.Dank guter Bilanzen, hervorragender Produkte und einer starken Ausrichtung auf Schwellenländer haben sich Schweizer Unternehmen in der Finanz- und Eurokrise exzellent geschlagen. Grundsätzlich bleiben deshalb die Aussichten gut. Allerdings dürfte nun die Dynamik abnehmen. Da aber der Schweizer Aktienmarkt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 tief bewertet ist und die Anlagealternativen dünn gesät sind, dürfte der SMI trotzdem weiteres Potenzial aufweisen: Wir erwarten Ende 2011 rund 7000 Punkte.

Nach einer längeren Durststrecke gefällt uns der Pharmasektor zunehmend; zurückhaltend bleiben wir für den Bankenbereich. Relevanter für die Performance als die Sektorenselektion erscheint uns in der Schweiz allerdings die Titelselektion. Im Bereich der Standardwerte sehen wir auf Jahressicht Potenzial für eine Überperformance bei ABB, Novartis, Syngenta, Lonza, Holcim und Swiss Re; bei den Nebenwerten gefallen uns unter anderem Sulzer, Goldbach, Lindt & Sprüngli, Interroll sowie Coltene.Auch 2011 dürften «riskante» Anlagen dank Liquiditätsflut und robuster Konjunktur besser abschneiden als weniger risikoreiche (z.B. Anleihen). Zinsanlagen, besonders Staatsanleihen und lange Laufzeiten, sind stark unterzugewichten. Rohstoffe und Gold bilden gute Depotbeimischungen; auch Schwellenländeraktien und -oblis bleiben attraktiv. Fraglich ist, ob die Flucht aus Dollar und Euro 2011 anhält: Beide sind bald einmal klar unterbewertet; eine Gegenbewegung ist zu erwarten,sofern die Euro-Krise eingedämmt wird (wovon wir ausgehen).

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Drei Themen dominieren: US-Haushaltspolitik, Eurokrise und steigender Inflationsdruck in den Schwellenländern. Zwischen Februar und Mai wird die US-Konjunktur wegen negativer Folgen der Sparmassnahmen für Privathaushalte relativ schwach ausfallen; im 2. Semester wird sich die Wirtschaft aber erholen. In Europa kommt es vor dem Hintergrund der sehr schlechten Konjunktur zum Wechselbad zwischen Stress und Erleichterung, je nach den politischen Verhandlungen über die Zukunft der Einheitswährung.

Die Schweizer Vermögenswerte dürften 2011 wegen der in Europa andauernden Krise beliebt bleiben. Unserer Meinung nach wird der SMI im Einklang mit dem Gewinnwachstum um rund 8 bis 10 Prozent steigen, womit das Ziel bei 7000 Punkten liegt.

Wir bevorzugen Unternehmen, die Marktanteile gewinnen und vom Weltwirtschaftszyklus abhängig sind. Unsere Favoriten sind insbesondere Givaudan, Sika und Sulzer bei den zyklischen Werten, Aryzta und Swatch im Konsumbereich sowie Credit Suisse und Zurich Financial Services bei den Finanztiteln.

Solange das Vertrauen in Papierwährungen wackelig ist, spielt Gold eine Rolle in den Portfolios. Allgemeiner ausgedrückt: Realanlagen sind Obligationen vorzuziehen, und dabei sind vor allem die Verlierer der seit 1998 im Westen herrschenden Phase sinkender Inflationsraten zu favorisieren. In diesem Zusammenhang bevorzugen wir Aktien der Industrieländer, konkret der USA und von Europa ohne Peripherie-Eurozone. Klarer Joker könnte Japans Markt sein, der grösste Verlierer dieser Phase struktureller Deflation.

Die Erholung dürfte holprig bleiben und sich zunehmend asynchron fortsetzen. So könnte sich die Konjunktur in den Schwellenländern 2011 überhitzen, während Europa und USA hinterherhinken. In nackten Zahlen sind unsere Wachstumsschätzungen für die USA mit 1,7 und die Euro-Zone mit 1,9 Prozent kein grosser Aufreger. Die Geldpolitik bleibt expansiv; mit Zinsnormalisierung ist weder im Euro-Raum noch in den USA vor 2012 zu rechnen. Diverse andere Zentralbanken werden aber die Geldpolitik normalisieren.

Globale Investoren werden wohl primär ausserhalb der Schweiz fündig. Doch mit rund plus 11 Prozent erwartetem Gewinnwachstum sollten irgendwann die Opportunitäten überwiegen und Value-Investoren zurück in den Markt bringen. Mit rund 11 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Schweizer Aktien schon derzeit leicht unter dem globalen Durchschnitt. 2011 sollte der Schweizer Aktienmarkt die 7000er-Grenze endlich wieder nachhaltig überspringen: Per Ende 2011 liegt unser Ziel für den SMI bei 7200.

An den grossen Brocken kommen Schweizer Investoren auch 2011 nicht vorbei: Novartis und Nestlé, abgerundet mit zyklischeren Werten wie ABB, Swatch und Holcim, gehören in jedes Schweizer Aktienportfolio. Für risikobewusste Anleger bieten kleiner kapitalisierte Werte mehr Potenzial, denn volle Kriegskassen der Grossen lassen Fusionen und Übernahmen erwarten. Dividenden und Aktienrückkäufe wären Abwehrmassnahmen, die ebenfalls positiv für die Kurse wären. Interessant sind Nobel Biocare, Givaudan oder Helvetia.

Die ungleiche Erholung der Weltwirtschaft - Überhitzung in den Schwellenländern, schleppende Konjunktur in Japan, Europa und den USA - wird zu verstärkten «Carry Trades» führen, also zur Finanzierung ausländischer Vermögenswerte mit auf Dollar, Yen oder Euro lautenden Krediten. Die globalen Geldflüsse, die mit tiefen westlichen Zinsen finanziert werden, dürften asiatische Währungen, Anleihen guter Schuldner in Ostmitteleuropa, Schwellenländeraktien und zyklische Rohstoffe wie Öl und Kupfer beflügeln.