An einer ausserordentlichen Generalversammlung im 4. Quartal 2008 soll über die Aufspaltung von Jelmoli in eine Immobilien- und eine Investmentgesellschaft entschieden werden. Doch bereits jetzt wird um Macht und Geld gekämpft.

Der VR schlägt für die Immobiliengesellschaft eine Einheitsaktie vor. Nach den Plänen von VR-Präsident Christopher Chambers soll Mehrheitsaktionär Georg von Opel für die Aufgabe seiner Stimmenmehrheit mit einem Aufpreis von rund 25% pro Aktie entschädigt werden – als Entgelt, weil er mit der Einheitsaktie seine Kontrolle über Jelmoli abgebe.

Dagegen wehrt sich Walter Fust vehement: «Alle Namensaktionäre sollen eine Prämie erhalten, aber in einstelliger Prozenthöhe. Oder ihre Namensaktien sollen mit dem fünffachen Stimmrecht weiterhin kotiert bleiben», sagt er auf Anfrage. Das sei im «Sinne der Gleichbehandlung aller Namensaktionäre». Er betont zudem: «Ich habe beim Verkauf der Namensaktien weder eine Prämie verlangt noch eine solche von von Opel erhalten.»

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Dem widerspricht Siro Barino, der Sprecher von Georg von Opel, und verweist auf den Angebotsprospekt von 2003 hin. Daraus geht hervor, dass Pelham am 10. Februar 2003 pro Namensaktie 208 Fr. an Fust bezahlt hat und am 6.Mai 190 Fr. Der Kurs der Namensaktie lag an diesen Stichdaten bei 159 Fr. beziehungsweise bei 172 Fr.

Konfrontiert mit diesem Faktum, kontert Fust: «Man kann bei Aktienkursen nicht einzelne Tageskurse herauspicken, sondern nimmt einen durchschnittlichen Kurs einer bestimmten Periode.» Im vorliegenden Fall habe man den 200- Tag-Durchschnitt genommen.

Unterstützung erhält Fust vom aufmüpfigen Jelmoli-Kleinaktionär und deutschen Uniprofessor Ekkehard Wenger, der als «Schrecken aller Vorstände» gilt: «Die Forderung nach einer Prämie für alle Namensaktionäre ist legal. Alle Aktionäre müssen gleich behandelt werden», sagt er.

Ganz anderer Meinung ist Georg von Opel: «Ich wehre mich dagegen, dass Kontrollprämien bezahlt werden an Aktionäre, die keine Kontrolle haben. Das wäre ein Raubzug an der Firma.»

Fust bezweifelt Prämie

Selbst einen Beschluss der ausserordentlichen GV im Sinne von Opels würde Fust gerichtlich anfechten. Bereits belasten gerichtliche Auseinandersetzungen um Tivona das Unternehmen (siehe Box). Zudem hegt Fust Zweifel an der Legalität einer Prämie: «Ist eine Prämie auf einer Immobilienfirma, die Obligationencharakter besitzt, überhaupt berechtigt?»

Mit der geplanten Aufteilung von Jelmoli sind Kleinaktionäre wie etwa Peter Leumann, der früher CEO von Jelmoli war, nicht einverstanden: «Jelmoli-Aktionäre dürfen nicht in eine Investmentgesellschaft gezwungen werden. Sie sollen ein faires Angebot für den Ausstieg erhalten. Die rund 600 Mio Fr. aus dem Verkauf der Elektronikkette Fust sollen an die Aktionäre ausbezahlt werden.»

Hauptaktionär von Opel wiederum lässt durchblicken, dass er mit der bestehenden Immobilien- und Detailhandelsgesellschaft ohne eine Aufteilung in zwei Gesellschaften gut leben könnte. Auch mit ihr könne er laut Statuten seine Investment- und Immobilienideen durchführen – dank seiner Stimmenmehrheit und seiner Vertreter im Verwaltungsrat. Das Gerangel um das 175-jährige Erbe von Jelmoli geht weiter