Bei der UBS zeigt man sich zufrieden mit dem Ergebnis des ersten Quartals.  Man baue weiter Risiken ab und befinde sich auf Kurs, so Konzernchef Ermotti bei der Präsentation der Zahlen. Auch wenn der Gewinn mit 827 Millionen Franken deutlich unter der einen Milliarde liegt, die Analysten erwartet hatten – im Vergleich zu den 44 Millionen, die die Credit Suisse in der vegangenen Woche präsentierte ist das eine ganze Menge – das belohnte dann auch die Börse – die Aktie stieg bis 10:30 Uhr um rund 6 Prozent.

Der UBS-Spitze dürfte an der morgigen Generalversammlung dennoch ein heftiger Gegenwind drohen. Denn die Turbulenzen des vergangenen Jahres haben die Aktionäre noch nicht vergessen. Angesichts des Londoner Handelsskandals, enttäuschenden Zahlen und dem stark verringerten Börsenwert sei der Bonuspool noch deutlich zu hoch, erklärt etwa George Dallas von der Fondsgesellschaft F & C Management gegenüber der Financial Times. Unter dieses Umständen könne man den Vergütungsbericht der Bank nicht unterstützen. 2,3 Milliarden Dollar kostete der Handelsskandal die Bank im vergangenen Jahr. Oswald Grübel gab seinen Posten als CEO auf  und wurde von Sergio Ermotti abgelöst. Der Börsenwert verringerte sich 2011 um 28 Prozent.

Auch Hermes und ISS unzufrieden

Auch die Aktionärsberater Hermes und ISS kündigen Widerstand an. Es fehle an Leistungs-orientierter Berechnung bei der Bezahlung, so etwa Natacha Dimitrijevic von Hermes. «Wenn nicht sichergestellt werden kann, dass es keine beliebiegen riesigen Zahlungen gibt, können wir den Vergütungsbericht nicht unterstützen.»

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Die Schweizer Aktionärsgruppe Ethos hatte bereits Mitte des Monats Widerstand angekündigt. Die Vergütungen zugunsten der Geschäftsleitung der UBS seien zu hoch und würden einen zu bedeutenden variablen Anteil, beinhalten, schreibt Ethos in einer Medienmitteilung. Ein falsches Signal setze weiter die Vorauszahlung von 4 Millionen Franken an Axel Weber ohne Gegenleistung. Der ehemalige Chef der deutschen Bundesbank soll an der Generalversammlung zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt werden.

Schon im vergangenen Jahr hatte ein grosser Teil der Aktionäre den Vergütungsbericht abgelehnt. Rund ein Drittel stimmten 2011 dagegen. 2010 waren es sogar 45 Prozent. An der Generalversammlung der UBS-Konkurrentin Credit Suisse in der vergangenen Woche verweigerte etwa ein Drittel der Aktionäre die Unterstützung des Vergütungsberichts. Es ist zu erwarten, dass der Gegenwind bei der UBS noch etwas stärker wehen wird. Auch wenn die erklärten Rebellen nicht die Mehrheit ausmachen, dürften ihnen einige weitere Aktionäre folgen.