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Zukunft
In der Vorreiterrolle

 

Die Verschmelzung von Produktion und digitaler Welt soll die Abläufe in den Firmen revolutionieren. Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt ein Blick in die Logistik, wo die Entwicklung bereits

Von Roberto Stefano
am 04.06.2014

«Smart – Integrated – Efficient». Unter diesem Motto stand die diesjährige Leitmesse der Intralogistik, die CeMAT in Hannover. «Intelligent – integriert – effizient». Es sind dies die Schlagworte, die für die vierte industrielle Revolution stehen. Das Motto heisst Industrie 4.0 und bedeutet die Verschmelzung von Maschinen mit der digitalen Welt. In Deutschland sollen laut dem Hightech-Verband Bitkom dadurch alleine in sechs volkswirtschaftlich wichtigen Branchen bis zum Jahr 2025 Produktivitätssteigerungen in der Höhe von insgesamt rund 78 Milliarden Euro möglich sein. Auch der Schweizer Verband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem sieht in Industrie 4.0 ein hohes Potenzial, welches die hiesige Industrie im Kampf um eine Spitzenposition auf dem globalen Markt nutzen sollte.

Erhöht wird die Produktivität durch eine fortschreitende Individualisierung und Flexibilisierung. Die Produkte der Zukunft werden intelligent, sie wissen jederzeit, wo sie sind, kennen ihre Historie, ­ihren aktuellen Zustand und die Produk­tionsschritte, die ihnen zum fertigen Produkt noch fehlen. Dadurch kommen Produkte schneller auf den Markt, es werden weniger Ressourcen benötigt und die Artikel können individueller gestaltet werden – um nur einige Ziele zu nennen.

Nach dem Dampfantrieb, dem Einsatz von elektrischer Energie und der Informationstechnologie soll nun also Industrie 4.0 die Abläufe in Unternehmen revolutionieren. Doch ist dies nicht etwas zu hoch gegriffen? Mehrwert in der Produktion und der Logistik durch Vernetzung gibt es seit Jahrzehnten. Zudem versehen Anlagenbetreiber schon heute die Maschinen mit Sensoren und Funkmodulen. Mit deren Daten versuchen sie, die Effizienz in der Produktion zu verbessern, Ressourcen zu sparen oder die Überlastung von wichtigen Teilen vorherzusehen. Im Vergleich zu Industrie 4.0 jedoch werden die Fabriken noch zentral gesteuert. Die Produkte selber sind noch kaum intelligent.

Schon weiter Fortgeschritten ist der Ansatz von Industrie 4.0 in der Logistik. Durch den Einsatz von Kennzeichnungs-, und Ortungstechnologien wie RFID können logistische Prozesse schon heute effizienter und sicherer gestaltet werden. Und auch was dezentrale Steuerungskonzepte betrifft, bestehen in der Praxis bereits interessante Ansätze. Insbesondere der Produktionslogistik ist das Erfassen von Daten über den Durchlauf, die Zustände der Anlange oder freie Kapazitäten der Fördertechnik bereits verbreitet.

Noch steht Industrie 4.0 in den Kinderschuhen. Wie die vernetzte Industrie in der Realwirtschaft in Zukunft aussehen könnte, zeigt ein Blick in die Logistik.

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