Die nachhaltige Produktion von tropischem Edelholz hat noch keine lange Tradition, sie wird aber immer wichtiger. Holz profitiert in der aktuellen Debatte um den Klimawandel von der erhöhten Aufmerksamkeit rund um erneuerbare, kohlenstoffneutrale Energiequellen. Zudem erlebt dieser Werkstoff in den Industrieländern eine Renaissance als Ersatz für die nicht erneuerbaren Baumaterialien. Bei den Konsumenten geniessen die Holzsorten mit dem Gütesiegel FSC einen besonders hohen Stellenwert. Das Schweizer Forstwirtschaftsunternehmen Precious Woods hat mit der nachhaltigen Bewirtschaftung in Lateinamerika über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg Pionierdienste geleistet (siehe Kasten). Gleichzeitig soll aber die Renditeerwartung nicht ausgeblendet werden. Verwaltungsratspräsident Andres Gut strebt langfristig eine Performance von mindestens 10% jährlich an. Entscheidend ist für ihn, dass die Forstanlagen anderen Risiken unterliegen als Investments in Finanz- und Industriewerte.

Tiefe Korrelation

Die geringe Korrelation mit traditionellen Anlagen hat die Privatbank Pictet im Herbst bewogen, mit einem Timber-Fonds in einer Asset-Kategorie aktiv zu werden, die erst wenig besetzt ist. Fondsmanager Christoph Butz betont, dass entlang der gesamten Holz-Wertschöpfungskette investiert werde, wobei ausschliesslich börsenkotierte Gesellschaften ins Portfolio kommen. Von einem direkten Engagement in Holzplantagen, wie dies manche dubiose Anbieter unter Vorgaukelung von Traumrenditen in der Vergangenheit taten, sieht der Fonds bewusst ab.

Als erster öffentlicher Fonds operiert Pictet mit einem strukturierten Screening-Verfahren zur Auswahl von Unternehmen mit einem hohen Anteil an Holzressourcen weltweit. Dabei setzt man trotz der vorübergehenden konjunkturellen Abkühlung auf eine langfristig stark steigende Nachfrage nach Holz aufgrund des wirtschaftlichen und demografischen Wachstums. Der weltweiten Zunahme des Papier- und Holzverbrauchs stehen begrenzte Waldgebiete gegenüber, die zunehmend unter Druck geraten. Zwar ist rund ein Drittel der Erdoberfläche von Wald bedeckt, aber wegen der teils sorglosen Abrodung verringern sich die Waldflächen laufend. Studien zeigen, dass jährlich 13 Mio ha an Wald verschwinden, was ungefähr der Fläche von Griechenland entspricht. Strikte Vorschriften für ein umweltfreundliches Forstmanagement in den Tropen und andernorts sollen nun den Zugang zum Primärwald einschränken.

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Steigender Verbrauch

Die laufenden Aufforstungen reichen nicht aus, um den steigenden Verbrauch zu decken. Gemäss FAO-Statistiken machen die Plantagen weniger als 5% der gesamten Waldfläche aus. Damit bleiben die Holzressourcen beschränkt. Wieweit sich der Nachhaltigkeitsgedanke künftig durchzusetzen vermag, hängt von konsequenten Kontrollen der einzelnen Regierungen ab. Precious-Woods-Chef Andres Gut hat eine klare Vorstellung von Nachhaltigkeit: «Es wird weniger Holz geerntet als gleichzeitig nachwächst». Er sieht im Bereich der nachhaltigen Holzproduktion ein grosses Wachstumspotenzial. Die Indexentwicklung, gestützt auf Private Equity Investments, verläuft in den letzten 20 Jahren für Timber wesentlich steiler als der MSCI World. Gleichzeitig sind Holz-Investments auch ein Hedge gegen die Inflation. Steigen die Konsumentenpreise, gehen parallel auch die Notierungen für Tropenholz und andere Holzarten hoch.

Insgesamt werden die Wälder weiter an Bedeutung gewinnen, weil sie weltweit mehr Kohlenstoff speichern als in der Atmosphäre enthalten ist. Die anhaltende Abholzung ist für rund 20% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. In der Diskussion um den Klimawandel kommt den Wäldern künftig eine noch zentralere Rolle zu. In der ersten Phase des Kyoto-Protokolls (2008 bis 2012) gibt es noch keine Belohnung für Länder, die ihre Waldflächen erhalten. Das soll sich ändern. Es besteht die Absicht, Kohlenstoffkredite für das Nichtabholzen zu vergeben.

Breites Anlageuniversum

Das Anlageuniversum ist im Bereich der Holzressourcen breit gestreut. Insgesamt gib es weltweit rund 200 Firmen mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Mrd Dollar. Das engere Marktsegment für Nutzholz umfasst etwa halb so viele Gesellschaften mit einer Kapitalisierung von 200 Mrd Dollar. Beim Pictet-Timber-Fonds konzentrieren sich die Manager auf 30 bis 60 Gesellschaften, die zu zwei Dritteln aus den Industrieländern stammen. Bei der Titelselektion wird auf Unternehmen mit hohen Wald- und Holzbeständen geachtet. Im Portfolio ist neben Schwergewichten wie Weyerhauser, Plum Creek oder Rayonier auch Precious Woods vertreten.