Seitens der Aufsichtsbehörden und Ratingagenturen steigt seit geraumer Zeit der Druck auf die Branche, sich neues Kapital zu beschaffen. Die effiziente Rekapitalisierung der Branche gestaltet sich im aktuellen Marktumfeld allerdings schwierig - insbesondere der versiegenden Kreditquellen wegen. Um die Eigenkapitalausstattung deutlich zu verbessern, dürften die Marktakteure in den kommenden Monaten zunehmend ihre Versicherungsrisiken an die Finanzmärkte verkaufen - und den Investoren damit attraktive Anlagechancen eröffnen.

Geringe Korrelation zu Märkten

In den Fokus der Anleger geraten so etwa Katastrophenanleihen (Cat Bonds). Denn trotz des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds bieten spezialisierte Zielfonds in Versicherungsverbriefungen den Investoren attraktive Renditechancen.

Dank des hohen Prämienanstiegs und der geringen Korrelation zu den Finanzmärkten sorgen gegenwärtig insbesondere auch Katastrophenkontrakte (Risk Swaps) für eine optimale Diversifikation des Portfolios. Bei diesen Versicherungsderivaten bezahlt der Käufer einer Deckung - typischerweise eine Rückversicherungsgesellschaft - eine Prämie und erhält im Gegenzug im Schadenfall eine Leistung vom Deckungsanbieter, dem Finanzinvestor. Im Grunde handelt es sich bei Risk Swaps um gewöhnliche Rückversicherungsverträge, wie sie seit Jahrzehnten abgeschlossen werden; bislang war dies allerdings ausschliesslich unter Rückversicherungen möglich. Neu bieten sich Finanzinvestoren als Rückversicherer an.

Hohe Illiquidität als Nachteil

Der Nachteil dieser Kontrakte ist die hohe Illiquidität: Sobald der Finanzinvestor einen Vertrag eingeht, ist die Abmachung während der gesamten Laufzeit bindend. Der Kontrakt kann also nicht vorzeitig veräussert werden. Reine Versicherungsverbriefungs-Fonds sind derweil täglich oder monatlich handelbar.

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Sowohl bei Katastrophenkontrakten wie auch bei Versicherungsverbriefungen ist jeweils das gesamte investierte Kapital einem Totalverlust ausgesetzt. Daher bietet es sich an, Investition in einen breit diversifizierten Fonds zu tätigen, bei dem das Risiko eines markanten Verlustes durch die breite Streuung in verschiedene Einzelinvestitionen minimiert wird. Die Liquidität solcher Fonds wird wesentlich von der Höhe der Allokation in illiquide Katastrophenkontrakte getrieben.

Als sichere Anlage, die sich zur Beimischung als Obligationen-Ersatz anbietet, sollten keine illiquiden Positionen berücksichtigt werden. Als alternatives Anlageinstrument sollte zudem die Allokation in Katastrophenkontrakte maximal 30% betragen, da ansonsten die Gesamtliquidität des Fonds zu stark beeinträchtigt wird. Solche alternative Fonds sind quartalsweise handelbar - allenfalls mit einer Lock-Up-Periode, ähnlich wie bei Hedge-Fonds.