Sony-Ericsson floriert: Bereits zehn Tage vor dem Ergebnis der Mutterfirma Ericsson wies das japanisch-schwedische Handy-Joint-Venture ein Umsatzplus von 37% auf insgesamt 3,11 Mrd Euro aus. Der operative Gewinn ist gar um 50% auf 315 Mio Euro gestiegen.

Sony-Ericsson ist damit weltweit der viertgrösste Handy-Hersteller und hat seine Position ge-festigt. Der Teil des Gewinns, der nicht für Investitionen benötigt wird, wird an Ericsson weiterge-leitet. Ericsson selber erwirtschaftet sein Geld grösstenteils mit Netzwerkausrüstung für Mobilfunknetze und ist in den letzten 18 Monaten durch Akquisitionen wieder in das Festnetzgeschäft eingestiegen. Das Handy-Geschäft spielt in der Folge eine wichtige, aber nicht mehr entscheidende Rolle für den Konzernausweis.

Bedenken beim Cashflow

Nach den positiven Zahlen des Joint Ventures haben nun etliche Analysten ihre Kursziele für Ericsson auf mittlere Sicht hinaus angehoben. Die britische Grossbank HSBC beispielsweise setzt dieses bei 33 Euro an, erhofft sich also ein Potenzial von über 20% gegenüber dem gegenwärtigen Niveau.
Kurzfristig dürfte indes laut den HSBC-Analysten einige Volatilität in den Aktienkurs kommen. Grund ist das zu erwartende Ausbleiben grosser Vertragsabschlüsse. Hinzu kommen die üblichen Bedenken hinsichtlich der Überführung des operativen Gewinns in Cashflow. Im 1. Quartal des laufenden Jahres etwa wies Ericsson lediglich einen Cashflow aus, der auf der Höhe des Gewinntransfers von Sony-Ericsson gelegen hatte.
Vor dem Hintergrund günstiger längerfristiger Aussichten, aber auch der Gefahr kurzfristiger Schwankungen haben die Analys-ten eine besondere Botschaft an jene Ericsson-Aktionäre, die ihre Titel unter den gegenwärtigen Preisen gekauft haben: Sie empfehlen den Verkauf kurz laufender Puts, die aus dem Geld liegen (das heisst, der Ausübungspreis notiert unter dem aktuellen Aktienkurs). Die 3-Monats-Volatilität für Puts, die am Geld liegen, ist gegenwärtig höher als die historische Volatilität und die durchschnittliche Volatilität der letzten zwölf Monate.
Das sind günstige Rahmenbedingungen für den Verkauf von Volatilität. Am Beispiel eines Puts mit einem Ausübungspreis von 26 schwedischen Kronen (rund 4.70 Fr.) machen die Analysten der HSBC eine Rechnung für Anleger. Wenn die Ericsson-Aktie unter den Ausübungspreis fällt, müsste der Put-Käufer – also hier die Gegenseite – 26 Kronen für die Aktie bezahlen, unabhängig vom aktuellen Kurs. Steigt die Aktie dagegen oder bleibt sie über dem Ausübungspreis, bekommt ein Anleger noch die Prämie aus dem Optionsverkauf, die eine allfällige Unterperformance des Aktienkurses gegenüber wichtigen Vergleichsindikatoren wie dem Euro Stoxx 50 Index reduzieren hilft.
In der Schweiz sind sieben Calls auf Ericsson gelistet. Investoren, die auf das positive längerfristige Szenario setzen, dürften sich für die beiden von der UBS emittierten Calls ERITO und ERIWT interessieren. Beide weisen Laufzeiten bis Dezember 2008 auf, rund ein Jahr länger die Scheine anderer Emittenden.

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Goldman Sachs triffts am besten

In Deutschland haben gleich vier Emittenten Puts ausstehend: Es sind dies Deutsche Bank, Dresdner Bank, Goldman Sachs und Raiffeisen. Für die von HSBC skizzierte Put-Verkaufsstrategie eignen sich je ein von Goldman Sachs in schwedischen Kronen denominierter Put (Ausübungspreis 25,50 Kronen) sowie ein von Raiffeisen emittierter Put mit Strike bei 3 Euro, etwa 15% unter dem aktuellen Kursniveau.