Der Aktienkurs von Microsoft hat sich in den letzten fünf Jahren kaum bewegt. Die Preise pendelten zwischen 22 und 31 US-Dollar, und wenn die beiden kurz dauernden Ausschläge in beide Richtungen nicht berücksichtigt werden, liegt die his-torische Handelsspanne zwischen 24 und 30 Dollar mit rund plus minus 10% um den mittleren Preis. Zum Vergleich: Auch der 4,25%-Bond der Eidgenossenschaft mit Laufzeit bis 2017 schwankte in den letzten fünf Jahren zwischen 105 und 125%, entsprechend rund plus minus 10% um den mittleren Preis.


Tiefe Schwankungsbreite

Die Stabilität der Microsoft-Aktie schlägt sich in einer tiefen his-torischen Volatilität nieder. Die 30-Tage-Volatilität liegt laut Derivative Partners bei 14%, die 90-Tage-Volatilität bei 15,4%. Bei IBM liegen die Werte bei 14,4% und 15,7%, für Cisco sind sie bei 18,5% und 21,9%. Damit sind auch Calls und Puts bei Microsoft billig, die zu erwartende Schwankungsbreite der Aktie bildet eine wichtige Komponente für die Festlegung von Optionspreisen. Wiederum zum Vergleich: Die historische 90-Tage-Volatilität für den S&P-500-Index liegt bei 12,2%.

Damit sind indes weniger die 20 gelisteten Hebelprodukte von Emittenten wie Goldman Sachs, UBS und Vontobel interessant – ausser die Anleger bleiben dicht am Ball und nützen die Schwankungen innerhalb der Handelsspanne sowie die Wendepunkte geschickt aus. Eine enge Preisspanne macht Reverse-Convertible-Produkte wie die von der Bank Vontobel begebenen Defender Vontis zu einer Alternative zur Aktie. Der 11,9%-Vonti, der jetzt ausgelaufen ist, war in den letzten zwölf Monaten um 4% gestiegen, das Produkt verfiel beim Nennwert.

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Ebenfalls in einer engen Preisspanne notieren die beiden bis zum kommenden Frühling laufenden Produkte VON7EE (mit einem 7,6%-Coupon) sowie VON7FV (mit einem 9,8%-Coupon).

Diese Zertifikate haben eine Barriere, die jeweils bei 75 oder 80% des Ausübungspreises von 28.74 bzw. 27.33 Dollar festgelegt wurde. Wenn diese Barriere während der Laufzeit nie berührt wird, werden der Nennwert plus der Coupon ausbezahlt. Wenn diese Barriere erreicht wurde, erfolgt – je nach Ausgestaltung des Produktes – entweder die Lieferung einer Aktie oder eine Barabgeltung in der Höhe des Aktienwertes. Für Anleger ist lediglich entscheidend, ob diese Barrieren, die bei diesen beiden Zertifikaten bei 21.56 bzw. 21.86 Dollar festgelegt worden sind, erreicht werden könnten, und ob die Aktie ein Kurspotenzial aufweist, das über dem Coupon liegt.

Nach unten hin erscheint die Aktie sehr gut abgesichert – auch die jüngsten Negativmeldungen um Garantieleistungen bei der X-Box-360-Spielkonsole in einer Höhe von 1,1 Mrd Dollar haben den Aktienkurs bei Microsoft kaum bewegt. Die Aktie ist auf der Basis der für 2008 zu erwartenden Gewinne mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 angemessen und etwas günstiger als Oracle und SAP bewertet. Merrill Lynch hat ein Kursziel bei 33 Dollar festgesetzt und rechnet aufgrund der Lancierung des Vista-Betriebssystems sowie des entsprechenden Server-Betriebssystems (Code: Longhorn) mit einem Umsatzzuwachs von 11,3% für das kommende Geschäftsjahr und einem Anstieg des Gewinns pro Aktie von 20%.

Bereits im letzten Jahr hatten sich ähnlich günstige fundamentale Aussichten für die Aktie nicht als Katalysator für höhere Kurse erwiesen. Damit bleiben Rendite-Optimierungszertifikate wie die beiden beschriebenen eine attraktive Alternative zur Direktanlage.

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