Vor zwei Wochen durchbrach das Gold wieder die 700-Dollar-Marke, letzte Woche erreichte der Preis pro Feinunze mit 725 Dollar ein 25-Jahres-Höchst. Davon profitieren auch die Anleger, die über verschiedene Produkte (Calls auf den Goldpreis, Goldpreis-Tracker) von der Kursentwicklung des gelben Metalls profitieren möchten. Denn bei der Marke von 700 Dollar zeigten sich wieder die Effekte des Programmhandels. Käufe für institutionelle Kunden und Hedge- Fonds setzten dann automatisch ein und trieben die Kurse weiter.

Barometer für die WIrtschaft

Analysten weisen immer wieder auf den starken Zusammenhang zwischen Dollarkurs und Goldpreis hin. Fällt der Dollar gegenüber wichtigen anderen Währungen wie dem Euro, steigt das Gold – und umgekehrt. Dieses Muster zeigte sich auch letzte Woche wieder. Weil der Dollarkurs auch das Zinsniveau und damit indirekt die Gesundheit der US-Wirtschaft spiegelt, sind Goldanlagen auch Wetten auf die amerikanische Konjunktur.
Schliesslich spielt auch die fundamentale Versorgung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Einer um 15% gestiegenen Nachfrage aus Indien steht ein Rückgang der Produktion in Südafrika um 7,5% gegenüber. Neue Goldadern werden kaum erschlossen und die grossen Minen steigern ihre Produktion vor allem über die Übernahme kleinerer Minenbetreiber. Und bis Firmen wie Nautilus Minerals, welche jetzt die Erschliessung von mineralreichen Meeresböden planen, die ersten Unzen fördern, dürfte es laut amerikanischen Experten noch einige Jahre dauern. Die Analysten der Londoner Edelmetall-Research-Boutique GFMS erwarten deshalb für die zweite Jahreshälfte durchschnittliche Preise um 690 Dollar und für 2008 einen Goldpreis deutlich über 700 Dollar.
Beim Goldpreis haben die Anleger die Qual der Wahl zwischen fast 250 Hebelprodukten von Emittenten wie der ZKB, Vontobel, Goldman Sachs, der UBS und Credit Suisse. ABN Amro bietet zudem hier Mini-Futures-Produkte an, bei denen der Einfluss der Volatilität und des Zeitwertes keine Rolle spielt. Beides sind zentrale Elemente der Preisberechnung von gängigen Call- und Put-Warrants.

Breites Angebot von Zertifikaten

Goldman Sachs, Vontobel, und ABN Amro haben zudem auch Preis-Tracker auf den Goldpreis – massgeblich ist immer das Londoner Nachmittagsfixing – auf den Markt gebracht. Käufer solcher Zertifikate brauchen sich weder mit der Mehrwertsteuer noch den Lagerkosten für physisches Gold herumzuschlagen. ABN Amro und die Credit Suisse haben zudem «Capped Bonus»- und «Toro»-Renditeoptimierungsprodukte ausstehend. Der aktuelle Goldpreis liegt deutlich höher als die Ausübungspreise von 444 bzw. 600 Fr. Und fünf Zertifikate von Vontobel sowie eines von Goldman Sachs sind mit einem Kapitalschutz für vorsichtige Anleger ausgestattet. Einen Schutz gegen allgemeine Börsenturbulenzen bot der Goldpreis in diesem Sommer nicht. Das lag daran, dass Hedge-Fonds, die in Obligationen mit zweifelhafter Bonität investiert hatten, sich von liquideren Assets trennen mussten – und dazu zählt auch das Gold.

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