Marcel Rohner, im Juli 2007 überraschend schnell eingesetzter CEO der UBS, hat kein leichtes Erbe seines Vorgängers Peter Wuffli angetreten. Sein frischer Auftritt diente aber als willkommener Anlass, bei der in die Subprime-Falle getapsten Grossbank Tabula rasa zu machen und – wenn auch unausgesprochen – die Fehler der Vergangenheit mit dem Vorgänger Peter Wuffli aus der Bank zu verbannen.

Kritiker fragen Rohner jedoch, warum er es überhaupt dazu hat kommen lassen, dass die Bomben im amerikanischen Subprime-Markt entstehen konnten. Schliesslich war Rohner zwischen 1999 und 2001 oberster Riskchef der UBS. In dieser Position hätte er dafür sorgen können, dass konzernweit die Risikokontrolle greift.

Mit den bis dato vorgenommenen Wertberichtigungen der grössten Schweizer Bank von mehr als 14 Mrd Dollar hat Rohner nun erst einmal schmerzhafte, aber grösstmögliche Transparenz geschaffen. 2008 werden die verbliebenen strukturierten Hypothekenrisiken im Wert von schätzungsweise 29 Mrd Dollar über das Schicksal der Grossbank entscheiden. Die UBS ist jedenfalls zuversichtlich, dass sich der Subprime-Markt in den nächsten sechs Monaten beruhigt. Ausschliessen will sie aber nichts.

Anzeige

CS hat Bestände früh reduziert

Das macht aber sein Kollege von gegenüber. Brady Dougan, seit Mai 2007 CEO der Credit Suisse Group, beteuert, die Risiken im US-Immobilienmarkt bereits Ende 2006 erkannt und die Engage-ments in den betroffenen Märkten frühzeitig reduziert zu haben.

Dies sei, so Dougan, an der Verkaufsfront zwar nicht immer eine populäre Empfehlung des Investment Banking gewesen, vor allem nicht in den Phasen, wo sich der Markt für die Kreditderivate CDO (Collateral Debt Obligations) wieder etwas erholt hatte.

Damit scheint für einmal die kleinere der beiden Grossbanken Oberwasser zu haben – dank der Subprime-Krise, aus der die Credit Suisse (CS) bisher offenbar besser rausgekommen ist als die UBS. Was Dougan keinesfalls veranlasst, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

«Die Credit Suisse soll dank ihrer Spitzenleistungen in den Bereichen Investment Banking, Private Banking und Asset Management zur weltweit führenden Bank avancieren», kündigt der amerikanische Investment-Banker Dougan an. Heere Ziele des hierzulande noch weitgehend unbekannten neuen Manns an der Spitze der CS.

 

Bleibt UBS-Präsident Marcel Ospel immun gegen Rücktrittsforderungen?

Die Wetten laufen bereits seit einigen Wochen: Wann nimmt UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel seinen Hut? Die einen meinen, an der ausserordentlichen Generalversammlung am 27. Februar 2008, die anderen sagen, erst an der ordentlichen Generalversammlung im April. Die Milliardenabschreiber und der damit provozierte Verlust im 4. Quartal 2007 werden auch Ospel angelastet. Als oberstes Aufsichtsgremium obliegt es schliesslich dem Verwaltungsrat, über den Kurs der Bank zu wachen. Marcel Ospel gesteht zwar Fehler ein und «schämt sich» für das Debakel, betont aber, dass er als «Teil der Lösung» im Unternehmen bleiben will. Das muss er vorläufig anscheindend auch, da weit und breit kein Nachfolger in Sicht ist. Einzig der Name von Marco Suter, Chief Financial Officer der UBS, wird in diesem Zusammenhang gerne genannt. Bei anderen in die Krise gerutschten Banken sind längst Köpfe gerollt, in der Schweiz dauert es, so scheints, etwas länger.