Patrik Gisel, ab Oktober 2015 der neue Chef der Raiffeisen-Gruppe, sieht im Raiffeisen-Portfolio keine grossen Lücken. «Wir sind dank unserer Verbindung zur Helvetia Versicherung ... bestens im wieder wichtigeren Thema Allfinanz unterwegs. Das Derivatehaus Leonteq bietet uns einen privilegierten Zugang zu Fintech und im Asset Management und im Private Banking haben wir von Notenstein viel Kompetenz», sagte Gisel in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». Nun gehe es darum, dieses «unglaublich grosse Potenzial» zu nutzen.

Auf die Frage, ob weitere Akquisitionen im Private Banking ein Thema seien, meinte Gisel: «Mit Notenstein und der kürzlich übernommenen Basler Privatbank La Roche sind wir sehr gut aufgestellt. Aber wir bleiben offen für weitere Akquisitionen. Wir wollen im Private Banking weiter wachsen, einerseits organisch, aber auch über Akquisitionen, sofern sie zu uns passen. Eine Verdoppelung der Vermögen unter Verwaltung auf rund 40 Milliarden Franken wäre ideal.»

Weitere Fusionen

Mit Blick auf die Kapitalisierung der Bank verwies Gisel darauf, dass die Raiffeisen-Gruppe als systemrelevantes Institut definiert wurde. «Der Verfügungsentwurf der Finma-Vorgaben liegt auf dem Tisch von Raiffeisen. In aufsichtsrechtlicher Hinsicht erfüllen wir die Vorgaben. Wir sind gut kapitalisiert. Nun müssen wir die Abwicklungspläne erarbeiten.»

Die vermehrten Fusionen unter den einzelnen Raiffeisen-Banken begrüsst Gisel, auch wenn der Entscheid dazu bei den Raiffeisen-Banken liege. «Denn oft ist es sehr sinnvoll, nicht in politischen Gemeinden, sondern in wirtschaftlichen Räumen zu denken. Heute bestehen in der ganzen Schweiz rund 300 eigenständige Raiffeisenbanken. Wir werden weitere Fusionen sehen und gehen davon aus, dass es in fünf bis sieben Jahren noch 220 bis 230 Institute sein werden.» Eine solche Konzentration der Kräfte sei nicht einzig wirtschaftlich begründet, sondern mache auch aus Gründen der Governance und Compliance Sinn.

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(awp/ise)