Die Anforderungen an Detailhandelsunternehmen im Bereich optimaler Belieferung der Filialen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, hat die Detailhandelskette Jan Linders Ende 2007 im niederländischen Nieuw Bergen ein neues Distributionszentrum in Betrieb genommen. Über diese Hochleistungsanlage wird die Warenversorgung von 53 Filialen mit einem kompletten Einzelhandelssortiment zentral gesteuert und auf einer Fläche von rund 30000 m² logistisch abgewickelt.

Weitgehend automatisierte Prozesse prägen heute die Logistik von Jan Linders, die zuvor durchgängig manuell betrieben wurde. So ist die strategische Neuausrichtung für die Einzel- bzw. Detailhandelskette durchaus mit einem Paradigmenwechsel gleichzusetzen – eine Herausforderung, der sich Jan Linders gemeinsam mit der Stöcklin Logistik AG als Generalunternehmer stellte. Innerhalb von nur 14 Monaten ist ein hochmodernes Distributionszentrum entstanden, das in den Kernbereichen Stellplatzkapazitäten für rund 78650 Behälter sowie rund 9350 Paletten bietet. Bei –20 °C stehen weitere 1500 Stellplätze für Paletten und Rollcontainer in der Tiefkälte zur Verfügung. Damit wurden die Voraussetzungen für einen schnellen Warenumschlag, eine hohe Kommissionierqualität sowie Transparenz in der Bestandsführung geschaffen. Zum Auftragsumfang von Stöcklin zählte neben der Lieferung und Integration der Regalbediengeräte für Paletten und Behälter sowie der för- dertechnischen Einrichtungen auch die Implementierung der Steuerungstechnologien.

Im Wareneingang angelieferte Paletten mit Waren, die für die Trockenlagerung im Distributionszentrum bestimmt sind, gelangen über Senkrechtförderer und Transferwagen zur Einlagerung in eine der sechs Gassen des vollautomatischen Palettenlagers. Hier verrichten sechs Regalbediengeräte des Typs MASTer 18-T ihren Dienst. Dynamische Fahrwerke in Verbindung mit modularer Bauweise und einem verwindungssteifen Mast ermöglichen eine hohe Leistung und Verfügbarkeit des Lagers. Im Bereich der automatischen Kleinteilelagerung hat sich Jan Linders für den «Boxer» entschieden, eine Baureihe, die sich in punkto Durchsatz, Gassenverfügbarkeit und Energieverbrauch seit Jahren als marktführend erweist. Zwei Boxer-D2-Geräte mit jeweils zwei Lastaufnahmemitteln für die doppeltiefe Lagerung sind auf eine Nutzlast von 4 x 25 kg ausgelegt.

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Im sogenannten Sigopick- Lager für Tiefkühlprodukte, in dem Umgebungstemperaturen von –20 °C vorherrschen, werden die Stellplätze durch drei schienengeführte und handgesteuerte Sigo-1023-Geräte mit einer Nutzlast von 1000 kg bedient, die eine hohe Flexibilität, einen geringen Flächenbedarf sowie interessante Investitionskosten ermöglichen. Über vier Ebenen wird Pick-by-Voice-geführt auf für den Handel typische Rollcontainer kommissioniert. Zu diesem Zweck ist sowohl im AKL wie auch im Palettenlager jede zweite Gasse als Kommissioniergasse ausgeführt. Daraus resultieren in Summe acht Geräte- und neun Kommissioniergassen. In vertikaler Richtung gelangen die Rollcontainer über Auf- und Abgabestationen sowie einen Aufzug ins Erdgeschoss und werden staplerunterstützt zur Auslieferung bereitgestellt.