Die Deutsche Bahn hat den kanadischen Zughersteller Bombardier auf 350 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Im Streit um die Probleme an Zügen der S-Bahn Berlin habe die Bahn in den vergangenen Monaten erfolglos versucht, einen Vergleich zu erzielen.

Deshalb habe sich die Deutsche Bahn zu einer gerichtlichen Klärung der Ansprüche entschieden und Klage am Landgericht Berlin eingereicht, teilte der Konzern mit.

Eine unabhängige Untersuchung durch eine Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag der Deutschen Bahn habe die Mängel an den S-Bahn-Zügen zutage gebracht. Der Konzern habe daraufhin «mit hohem finanziellen Aufwand» an den Zügen Räder und Radsatzwellen ersetzt. Zudem seien Bremsanlagen und Motoren umgebaut und teilweise ausgetauscht worden.

Bombardier weist Vorwürfe zurück

Bombardier wies die Ansprüche der Deutschen Bahn zurück. Der Konzern nannte die Vorwürfe nicht nur unbegründet, sondern auch rufschädigend und drohte seinerseits mit Klage, sollte die Deutsche Bahn ihre Vorwürfe aufrechterhalten.

Die allgemeine Gewährleistungspflicht für die betroffene S-Bahn-Reihe sei «im gegenseitigen Einvernehmen» bereits 2007 ausgelaufen, teilte Bombardier mit. Für die Wartungsarbeiten sei «von Beginn an» die S-Bahn Berlin selbst zuständig gewesen.

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Trotz der gegenseitigen Vorwürfe erklärte sich Bombardier «weiterhin offen» für Gespräche mit der Deutschen Bahn. Ein langwieriger Rechtsstreit sei nicht im Interesse der Unternehmen.

Weitere Verfahren

Die Berliner S-Bahn kämpft seit 2009 mit Defekten bei ihren Wagen. An den Landgerichten in Berlin und München sind nach Angaben der Deutschen Bahn weitere Verfahren gegen Bombardier wegen anderer Züge hängig. Die Forderungen der Deutschen Bahn in diesen Verfahren belaufen sich laut Unternehmensangaben auf 160 Millionen Euro.

Damit liegt der Streitwert im Konflikt zwischen der Deutschen Bahn und Bombardier bei über 500 Millionen Euro.

(tno/rcv/sda)