Die Deutsche Bank beschafft sich einen milliardenschweren zusätzlichen Kapitalpuffer für Krisenzeiten. Die Bank werde Anfang Mai Options-Genussscheine über mindestens 1,5 Milliarden Euro ausgeben, mit denen ihre Kapitalgeber in einer Krise an möglichen Verlusten beteiligt werden, wie sie ankündigte.

Sie ist die erste deutsche Bank, die solche Papiere ausgibt, nachdem die deutschen Finanzbehörden vor Ostern aus steuerlicher Sicht grünes Licht dafür gegeben hatten. Die europäischen Aufsichtsbehörden fordern von Grossbanken einen solchen Mechanismus, der verhindern soll, dass in der nächsten Finanzkrise wieder die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.

Ausserdem kann die Deutsche Bank damit ihre Verschuldungsquote (Leverage Ratio) verbessern. Die Details wie etwa die Verzinsung der Schuldtitel sollen am 5. Mai veröffentlicht werden.

Vor allem in der Schweiz verbreitet

Diese Art von Papieren ist am Finanzmarkt als «CoCo-Bonds» oder Zwangswandelanleihen bekannt. Die Deutsche Bank wählt aber eine Struktur, in der die Käufer der Genussscheine keine Aktien der Bank erhalten, wenn ihre Eigenkapitalausstattung etwa durch hohe Verluste unter 5,125 Prozent fällt.

Anzeige

Stattdessen müssen sie nur eine - zumindest vorübergehende - Abschreibung ihrer Papiere hinnehmen. Das entlastet die Bank, denn die Gläubiger tragen so einen Teil der Verluste. Zuletzt kam die Deutsche Bank auf 9,7 Prozent hartes Kernkapital.

Ähnliche Papiere hatten zuletzt auch französische Grossbanken begeben, die klassischen «CoCo-Bonds» mit einem Zwangstausch in Aktien sind vor allem in der Schweiz verbreitet. Anleger und Fonds, die nur in Schuldpapiere investieren, lehnen einen Tausch in Eigenkapital häufig ab.

(sda/dbe)