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Deutsche Bank entdeckt die Heimat wieder

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Das Institut schaut wieder mehr in die Nähe.   Keystone

Die Deutsche Bank sieht grosse Chancen, im Geschäft mit sehr reichen Kunden auf ihrem Heimmarkt weiter zu wachsen. Es ist ein Markt, auf dem UBS und Credit Suisse Mühe haben.

Veröffentlicht am 03.01.2015

Man ist schon bislang gut unterwegs. Die in Deutschland verwalteten Vermögen der  Deutsche Bank sind seit 2009 jährlich um zwölf Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als der hiesige Gesamtmarkt mit drei bis vier Prozent. Dies sagt der neue Spartenchef Joachim Häger der Wirtschaftszeitung «Euro am Sonntag». «Diese Wachstumsdynamik wird sich eher noch beschleunigen.»

Es gebe «ansehnliche Nettomittelzuflüsse». Im Vermögensmanagement, der Konzernsparte Deutsche Asset & Wealth Management (AWM), betreue die grösste deutsche Bank mittlerweile mehr als 20.000 Kunden. Das Geldhaus verwaltet über das bankeigene Wealth Management, die Kölner Konzerntochter Sal. Oppenheim und das Deutsche Oppenheim Family Office in Deutschland insgesamt 117,6 Milliarden Euro und ist damit Marktführer vor der Commerzbank.

Immer mehr Reiche in Deutschland

Häger verantwortet seit November das gesamte Deutschland-Geschäft der AWM. In der Bundesrepublik sind dort 1800 der 6000 Mitarbeiter von AWM tätig. Häger arbeitet seit 25 Jahren für die Deutsche Bank, seit 2002 ist er für die Superreichen zuständig. Früher flossen viele dieser Gelder unversteuert in die Schweiz. Seit dem Ende des Bankgeheimnis fliessen sie tendenziell zurück. Vor Ort haben die Schweizer Geldähäuser wie Credit Suisse oder UBS mehr Mèhe. Das hilft den deutschen Instituten.

Deren Vermögen nimmt immer mehr zu, aber auch die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland. Die Industriestaaten-Organisation OECD erklärte Anfang Dezember, die reichsten zehn Prozent der deutschen Bevölkerung verdienten Mitte der 1980er-Jahre fünfmal so viel wie die ärmsten zehn Prozent. Heute liege das Verhältnis bei 7:1.

(reuters/se)

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