Juristische Auseinandersetzungen bleiben einer der grössten Unsicherheitsfaktoren für die Deutsche Bank. Im zweiten Quartal erhöhte das Institut seine Rückstellungen für Rechtsrisiken um 470 Millionen auf 2,2 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bank mitteilte.

Im ersten Quartal hatte sie noch auf eine neue Vorsorge in diesem Bereich verzichtet, nachdem die Bank zuvor einige wichtige Fälle durch teure Vergleiche gelöst und die Belastungen noch im vierten Quartal 2013 verbucht hatte. Das Kreditinstitut hatte aber bereits angekündigt, dass im Laufe des Jahres neue Belastungen anfallen dürften.

Rechtsrisiken noch lange nicht vom Tisch

Neben den schon gebuchten Rückstellungen könnten dem aktuellen Quartalsbericht zufolge weitere Belastungen von 3,2 Milliarden Euro kommen, für die der deutsche Branchenprimus noch keine Vorsorge in der Bilanz getroffen hat. Vor drei Monaten schätzte die Bank diese Verluste, «bei denen die Möglichkeit eines Eintritts grösser als unwahrscheinlich, aber kleiner als wahrscheinlich ist», noch auf 2 Milliarden Euro.

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Analysten befürchten, dass Rechtsrisiken die Bank noch lange beschäftigen werden. So steht etwa in den USA eine Einigung im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze noch aus. Hinzu kommen die weltweit laufenden Ermittlungen wegen mutmasslicher Manipulationen von anderen wichtigen Finanzdaten - von Devisenkursen bis zu den Preisen von Gold und Silber. Auch wegen möglicher Verstösse gegen US-Handelssanktionen bei Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten droht eine empfindliche Strafe.

6000 Rechtsstreitigkeiten

Bei der Hauptversammlung im Mai mussten die Aktionäre erfahren, dass Deutschlands grösste Bank in rund 6000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist. Die US-Notenbank Fed als Aufseher bemängelte zuletzt zudem regulatorische Berichte der Bank, der US-Senat rügte, das Institut habe Hedgefonds bei der Vermeidung von Steuerzahlungen im Umfang von mehreren Milliarden Dollar geholfen.

(awp/dbe/vst)