Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing will im Investmentbanking nach einer Durststrecke wieder durchstarten. Der Umbau der Unternehmens- und Investmentbank, der das grösste deutsche Geldhaus zuletzt Erträge gekostet habe, sei inzwischen weitgehend abgeschlossen, schrieb Sewing in einem Brief an die Mitarbeiter seines Instituts. «Nun sind wir in einer Position, aus der wir wieder angreifen können.» Die Auftragsbücher, etwa im Finanzierungsgeschäft oder bei der Beratung von Unternehmen bei Börsengängen seien «weiterhin gut gefüllt.»

Die Bank konnte im Beratungs- und Emissionsgeschäft eine Reihe von Erfolgen erzielen: Sie hatte gemessen an den Gebühreneinnahmen unter anderem eine führende Rolle bei sechs der zehn grössten Transaktionen. «In dieser Hinsicht war das Quartal das erfolgreichste der vergangenen fünf Jahre.»

Bei Börsengängen in Europa waren die Frankfurter zudem als globaler Koordinator Marktführer im bisherigen Jahresverlauf und organisierten vier der fünf grössten Transaktionen. In Deutschland, wo sie im laufenden Jahr in der Finanzierung von Unternehmen die Nummer eins ist, war das Institut bei den drei grössten Börsengängen eine der führenden Konsortialbanken.

Erster Gewinn seit Jahren möglich

Das Geldhaus hat am Mittwoch auch Zahlen präsentiert. Das Vorsteuerergebnis sank im dritten Quartal auf 506 von 933 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der seit April amtierende Institutschef Sewing hält aber zum ersten Mal seit 2014 wieder einen Gewinn fürs Gesamtjahr für möglich. Sewing sprach von einem «Meilenstein».

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«Wir haben die Kosten im Griff und verfügen über das Kapital, um wieder wachsen zu können. Wir sind auf gutem Wege, das Gesamtjahr 2018 mit einem Gewinn abzuschliessen – zum ersten Mal seit 2014.»

Unter dem Strich verdiente die Deutsche Bank zwischen Anfang Juli und Ende September 229 (649) Millionen Euro. Die Erträge gingen um neun Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zurück, die bereinigten Kosten sanken um ein Prozent auf 5,5 Milliarden. Die Stellenzahl fiel ebenfalls: Ende des dritten Quartals waren es global noch 94'717 Vollzeitstellen – das entspricht seit Jahresbeginn einem Minus von rund 2800.

(reuters/ise/bsh)