Die Deutsche Bank wird kein zusätzliches Kapital an ihre US-Tochter überweisen müssen, um die strengeren Regulierungsvorschriften der USA zu erfüllen. «Aufgrund der Kapitaldefinition der Amerikaner können wir Zusatzkapital benutzen, um diese Anforderungen zu erfüllen. Insofern wird hier kein Transfer von Kapital aus Deutschland heraus notwendig», sagte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Stefan Krause der «Börsen-Zeitung».

Die Deutsche Bank könne das mit Zusatzkapitalinstrumenten abdecken, sollten entsprechende Vorschriften in den USA beschlossen werden. «Nachrangkapital, wie wir es im Mai emittiert haben, liesse sich dafür nutzen. Kernkapital müssen wir aus unserer Sicht deshalb nicht transferieren», machte Krause klar.

Die USA planen verschärfte Eigenkapitalvorschriften für ausländische Institute. Die vor allem mit dem Namen des US-Notenbankers Daniel Tarullo verbundenen Pläne sehen vor, dass ausländische Banken in den USA künftig soviel Kapital vorhalten müssen wie heimische Institute.

Bislang haben die USA ausländische Institute auf Konzernebene betrachtet und deren Beaufsichtigung den jeweiligen Heimatmärkten überlassen. Dass die Deutsche Bank die Vorgaben ohne Kapitaltransfer erfüllen könne, liege auch an der Reduzierung der Bilanzsumme in den USA durch Verlagerung von Aktivitäten. «Unsere mexikanische Tochtergesellschaft zum Beispiel wird bislang in die USA hinein konsolidiert. Wenn solche Regeln greifen, konsolidieren wir unsere mexikanische Tochtergesellschaft nicht mehr in die US-Holding», erläuterte Krause. Und weiter: «Das heisst, wir werden bestimmte Strukturen verändern und anpassen. Aber wir werden kein Zusatzkapitalbedarf im Sinne von Kapitaltransfer in die USA haben.»

(muv/reuters)