Die Deutsche Bank kommt beim geplanten Verkauf von weiten Teilen ihrer Vermögensverwaltung voran. Mit dem US-Finanzdienstleister Guggenheim Partners seien exklusive Verhandlungen vereinbart worden, teilte der Dax-Konzern in Frankfurt mit.

Die Deutsche Bank hatte im November angekündigt, dass sie grosse Teile des sogenannten Asset Managements auf den Prüfstand stellt. Dazu gehören das globale Vermögensverwaltungsgeschäft für institutionelle Kunden (DB Advisors), für Versicherungsgesellschaften (Deutsche Insurance Asset Management) und für alternative Anlagen (RREEF) sowie das Publikumsfondsgeschäft in Amerika (DWS Americas). Nicht auf der Verkaufsliste steht hingegen das Geschäft der Fondstochter DWS in Deutschland, Europa und Asien, das die Deutsche Bank weiter zu ihrem Kerngeschäft zählt.

Zuletzt gab es dem Vernehmen nach mindestens vier ernsthafte Interessenten, darunter die australische Investmentbank Macquarie. Zu ihren Preisvorstellungen machte die Deutsche Bank keine Angaben. Medienberichten zufolge soll sie rund 2 Milliarden Euro gefordert haben. Einige Analysten halten sogar einen Erlös von bis zu 3 Milliarden Euro für möglich. Mit dem Geld will die Deutsche Bank ihr Kapital stärken und sich für die verschärften regulatorischen Anforderungen rüsten.

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Die britische Grossbank Barclays hatte ihre vergleichbare Sparte bereits 2009 an den Finanzinvestor Blackrock verkauft. Guggenheim ist bereits in der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden sowie im Versicherungs- und Altersvorsorgemarkt tätig. Zum Angebot gehören zudem verschiedene Investmentfonds. Das Unternehmen verwaltet derzeit ein Vermögen von 125 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme der Deutschen-Bank-Aktivitäten wären ein grosser Sprung - diese verwalten rund 400 Milliarden Euro.

«Squeeze-out» bei verbliebenen Postbank-Kleinaktionären

Die Komplettübernahme der Postbank ist für die Deutsche Bank ebenso ein grosses Stück näher gekommen. Der deutsche Branchenprimus sicherte sich inzwischen 93,7 Prozent der Anteile des einstigen Konkurrenten, wie das Institut mitteilte.

Damit fehlt nicht mehr viel zur wichtigen Marke von 95 Prozent, ab der die Deutsche Bank die verbliebenen Kleinaktionäre mit einem Abfindungsangebot aus dem Unternehmen drängen könnte («Squeeze-out»). Kreisen zufolge will sich der Dax-Konzern mit einem solchen Schritt aber Zeit lassen.

Wie geplant gingen nun die bei der Deutschen Post noch verbliebenen Anteile von 39,5 Prozent an die Deutsche Bank über. Zudem kaufte sie weitere 2,8 Prozent an der Börse auf. Die Deutsche Bank steckte Milliarden in die Übernahme des Bonner Konzerns, um ihr Privatkundengeschäft zu stärken.

(aho/tno/awp)