Die Deutsche Bank mischt bei einem der spektakulärsten Börsengänge des Internet-Zeitalters mit. Das Frankfurter Geldhaus gehört zu den sechs Instituten, die die boomende chinesische Online-Handelsplattform Alibaba den Anlegern schmackhaft machen sollen. Das geht aus einem veröffentlichten Börsenprospekt hervor.

Alibaba will in New York an die Börse, weil hier die finanzstarken und internetverliebten Investoren sitzen. Es könnte der grösste Börsengang seit Facebook im Mai 2012 mit damals 16 Milliarden Dollar werden (11,5 Milliarden Euro). In US-Medien wird bei Alibaba über ein Volumen zwischen 15 und 20 Milliarden Dollar spekuliert.

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Details noch unklar

Im vorläufigen Börsenprospekt nannte Alibaba 1 Milliarde Dollar; diese Summe gilt aber als Platzhalter. Auch andere Details des Börsengangs blieben zunächst unklar: der Termin, die Zahl der Aktien und deren Stückpreis sowie der Börsenplatz. Das Unternehmen kann zwischen der traditionsreichen New York Stock Exchange und der rein elektronisch arbeitenden Konkurrenzbörse Nasdaq wählen.

Alibaba hatte bereits im März sein Vorhaben angekündigt. Analysten schätzen den Wert des Unternehmens auf um die 150 Milliarden Dollar. Zu den grossen Handelsplätzen des Konzerns gehören Taobao, Tmall und Juhuasuan. 231 Millionen Käufer und 8 Millionen Verkäufer wickelten hier im vergangenen Jahr Geschäfte über 248 Milliarden Dollar ab.

«Handel in China verändert»

Der chinesische Konzern ist beim Handelsvolumen nach eigenen Angaben grösser als Amazon oder Ebay. Alibaba bietet jedoch nicht selbst Waren an, sondern vermittelt lediglich. Mit Alipay gehört auch ein Bezahldienst zum Konzern. «Wir haben die Art und Weise verändert, wie in China Handel betrieben wird», schreibt Alibaba im Börsenprospekt.

Alibaba verdient sein Geld unter anderem durch Werbung, Gebühren für getätige Handelsgeschäfte sowie Mitgliedsbeiträge. Von April bis Dezember vergangenen Jahres kam so ein Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar zustande und der Gewinn lag bei unterm Strich 2,9 Milliarden Dollar. Das Geschäftsjahr endete im März; es liegen jedoch noch keine Ganzjahreszahlen vor.

Schon bei Twitter dabei

Die zwei grössten Anteilseigner sind das US-Interneturgestein Yahoo mit 22,6 Prozent und Japans Telekomkonzern Softbank mit 34,4 Prozent. Gründer Jack Ma besitzt 8,9 Prozent. Sowohl Alteigentümer als auch das Unternehmen selbst wollen beim Börsengang Kasse machen.

Aufgabe der Deutschen Bank und der anderen Institute ist es, Anleger anzusprechen, bei der Ermittlung des Aktienpreises zu helfen und die Papiere schliesslich zu verkaufen. Die Deutsche Bank gehört zu den grössten Spielern an der Wall Street. Die Frankfurter sassen unter anderem beim Börsengang des Kurznachrichtendienstes Twitter im November vergangenen Jahres mit im Boot.

(awp/dbe)