Die Deutsche Bank hat nach Reuters-Informationen ihre Energie- und Metall-Handelsaktivitäten in den USA an die Citigroup verkauft. Die US-Bank habe sich in einer Bieter-Runde gegen mehrere andere namhafte Interessenten durchgesetzt, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Montag. Zum Kaufpreis wollte sich der Insider nicht äussern.

Die Deutsche Bank hatte Ende 2013 angekündigt, ihren Handel mit Rohstoffen drastisch zurückzufahren. Ein Sprecher der Deutschen Bank betonte aber, aufgegeben werde nur der Handel mit physischen Rohstoffen. Derivate auf Nahrungsmittel gehörten weiterhin zum Kerngeschäft der Deutschen Bank. «Das ist keine strategische Entscheidung gegen solche Geschäfte.»

Die Bank hatte den Rohstoffhandel lange zu den Wachstumssegmenten im Kapitalmarktgeschäft gezählt. Über die Jahre hatte sie sich im Rohstoffhandel von Platz acht oder neun auf Platz vier der Welt vorgearbeitet. Doch das Geschäft verlor an Attraktivität, weil die Regulierungsbehörden Auflagen verschärften, die Margen geringer wurden und der Handel viel Kapital bindet.

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In guter Gesellschaft

Die deutsche Bank ist in guter Gesellschaft: Einige Banken haben kürzlich verlauten lassen, dass sie sich aus dem Handel mit Rohstoffen zurückziehen werden. So will die Credit Suisse aus dem Rohstoffhandel aussteigen. Wie Credit-Suisse-Chef Brady Dougan im Zuge der Veröffentlichung der Bilanzzahlen im Juli mitteilte, machte die Bank mit dem Rohstoffhandel im bisherigen Jahresverlauf 2014 Verluste. Nun will sie das Geschäft aufgeben. Der angekündigte Schritt der Credit Suisse hat indes keine Auswirkungen auf die Fondspolitik. Die Bank bietet für private und institutionelle Anleger weiterhin Anlageprodukte an. Auch am Geschäft mit Derivaten auf Rohstoffe ändert sich offenbar nichts.

Im Frühjahr kündigte auch Barclays an, das Geschäft mit Metallen, Energie und Agrar-Erzeugnissen einzudampfen. Auch das britische Institut argumentierte, dass die Bedingungen am Markt ungünstiger geworden seien. Davor hatten sich bereits die US-Grossbanken JPMorgan und Morgan Stanley aus ähnlichen Gründen aus diesem Geschäft zurückgezogen.

(reuters/ise)