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Deutsche Bank reduziert Rohstoffhandel

Deutsche Bank in Frankfurt: Die Chefetage reduziert das Handelsspektrum. (Bild: Keystone)

Die grösste deutsche Bank zieht einen Schlussstrich unter den Handel mit physischen Agrarprodukten. Derivatprodukte auf Nahrungsmittel bleiben allerdings weiter Kerngeschäft.

Veröffentlicht am 05.12.2013

Die Deutsche Bank steigt aus dem Handel mit Getreide, Futtermitteln und anderen landwirtschaftlichen Rohstoffen aus. Die Bank teilte mit, sie werde ihr Rohstoffgeschäft deutlich reduzieren und sich dabei auf Finanzderivate und Edelmetalle konzentrieren. «Mit dieser Entscheidung (...) zieht sich die Deutsche Bank aus dem Handel mit Energie, Agrarprodukten, Grundmetallen und Trockenmassengut zurück», hiess es in der Mitteilung.

Ein Sprecher der Deutschen Bank betonte aber, aufgegeben werden nur der Handel mit physischen Rohstoffen. Derivate auf Nahrungsmittel gehörten weiterhin zum Kerngeschäft der Deutschen Bank. «Das ist keine strategische Entscheidung gegen solche Geschäfte.»

Zu hoher Kapitalbedarf, zu scharfe Regulierung

Colin Fan, der Co-Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank, begründete den Teilausstieg aus dem Rohstoffgeschäft mit dem hohen Kapitalbedarf und der schärferen Regulierung: «Mit der Entscheidung, unser Rohstoffgeschäft neu auszurichten, verfolgen wir das Ziel, unser Kapital besser zu nutzen, die Komplexität unseres Geschäftsbetriebs zu verringern und auf branchenweite aufsichtsrechtliche Veränderungen zu reagieren.»

Die Bank hatte den Rohstoffhandel lange zu den Wachstumssegmenten im Kapitalmarktgeschäft gezählt. Das Derivate- und Edelmetall-Geschäft soll nun in die Sparte für festverzinsliche Papiere und Devisen eingegliedert werden.

Kritikpunkt: Hunger in der Welt

Termingeschäfte und andere spekulative Geschäfte auf Basis von Nahrungsmitteln waren zunehmend in die Kritik geraten, weil diese nach Ansicht von Verbraucherschützern und anderen Nichtregierungsorganisationen zum Hunger in der Welt beitragen können. Die Deutsche Bank hatte das Geschäft dagegen stets verteidigt. Studien hätten keine stichhaltigen Belege für einen Zusammenhang mit dem Hunger erbracht, hatte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen Anfang des Jahres gesagt.

Im Gegenteil: Agrar-Derivate erfüllten für Nahrungsmittelproduzenten eine wichtige Funktion im weltweiten Handel. Mit dem Kauf dieser an Börsen gehandelten Papiere können sich Landwirte gegen fallende Preise absichern. Zahlreiche andere deutsche Banken haben sich dennoch öffentlichkeitswirksam aus dem Geschäft zurückgezogen.

(reuters/vst/aho)

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