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Deutsche Bank soll Boni von Libor-Betrügern zurückklagen

Anshu Jain: Nase voll von Libor-Skandal. (Bild: Keystone)

Die Deutsche Bank erwägt offenbar eine Klage gegen die Profiteure der Millionen-Boni. Experten sind skeptisch.

Veröffentlicht am 18.02.2013

Die Deutsche Bank will sich im Skandal um Zinsmanipulationen möglicherweise per Klage Millionen-Boni von Händlern zurückholen. Experten halten die Erfolgsaussichten einer derartigen Klage aber für gering.

«Im Zuge unserer internen Untersuchung prüfen wir alle Optionen, um Massnahmen gegen Personen zu ergreifen, wenn deren Fehlverhalten erwiesen ist. Dazu können auch rechtliche Schritte gehören», sagte ein Sprecher des Konzerns in Frankfurt.

Im «Handelsblatt» verweisen Insider auf mögliche Hürden: Die Verträge der betroffenen Händler seien «absolut marktüblich» gewesen. Die Bank habe das an Boni eingefroren, was sie mit arbeitsrechtlichen Mitteln einbehalten konnte.

Die Spitze des Eisbergs ist nach Informationen mehrerer Medien der Fall eines inzwischen gefeuerten Zinsspekulanten: 80 Millionen Euro Bonusansprüche häufte der Investmentbanker demnach für das Jahr 2008 an. Mittlerweile wird gegen den Mann wegen der Manipulation des Referenzzinses Libor ermittelt. Die Bank behielt daraufhin Medienberichten zufolge 40 Millionen Euro der Rekordsumme ein.

Interne Prüfung und Entlassungen

Die «London Interbank Offered Rate» (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld leihen. Der Zins dient als Massstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. Grossbanken sollen den Libor über Jahre manipuliert haben, um höhere Gewinne einzustreichen.

Die Schweizer Grossbank UBS musste wegen der Beteiligung an den Libor-Manipulationen insgesamt rund 1,4 Milliarden Franken zahlen, 1,2 Milliarden davon an die US-Behörden, 59 Millionen an die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht und weitere 238 Millionen an die britische Finanzaufsicht.

Bei der Deutschen Bank läuft in der Affäre eine interne Prüfung und eine Prüfung der Finanzaufsicht Bafin. Bisher hat die Bank im Zusammenhang mit den Tricksereien sieben Mitarbeiter entlassen oder suspendiert.

(chb/tno/sda)

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