Die Deutsche Bank hat wegen der harten Aufräumarbeiten in ihrer Bilanz im dritten Quartal wie erwartet einen Rekordverlust verbucht. Unter dem Strich kam ein Minus von rund sechs Milliarden Euro zusammen, wie das Institut am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Bank hatte bereits vor rund drei Wochen einen Verlust in dieser Grössenordnung angekündigt.

Für hohe Minus sind vor allem milliardenschwere Abschreibungen auf das Investmentbanking und das Privatkundengeschäft mit der Tochter Postbank verantwortlich. Zudem versinkt die Deutsche Bank weiter in Rechtsstreitigkeiten. Für die Aufarbeitung der juristischen Altlasten hat das Institut nunmehr 4,8 Milliarden Euro zur Seite gelegt, wie es am Donnerstag mitteilte. Allein im dritten Quartal kam eine Milliarde hinzu. Im Vorjahresquartal hatte die Bank einen Verlust von 92 Millionen Euro verbucht.

«Absolut enttäuschenden Ergebnis»

Co-Chef John Cryan sprach von einem «absolut enttäuschenden Ergebnis». Der Verlust hat aber kaum Auswirkungen auf die Kapitalpuffer der Bank. So stieg die harte Kernkapitalquote sogar auf 11,5 Prozent und die Verschuldungsquote blieb bei 3,6 Prozent. Grund ist, dass die nun abgeschriebenen immateriellen Vermögenswerte ohnehin von den Aufsehern nicht als Eigenkapital akzeptiert wurden. Mut macht der Bank, dass die Erträge in den Kerngeschäftsfeldern trotz der neuen Unruhe an den Finanzmärkten stabil blieben.

Cryan will im Laufe des Tages seine Pläne für einen Umbau der Bank vorlegen. Dabei wird erwartet, dass er harte Einschnitte ankündigt und dabei vor allem auch das Investmentbanking schrumpft. Die Bank hat bereits beschlossen, dass der Bereich künftig in zwei Teile getrennt wird. Zudem kündigte sie am Mittwochabend an, zwei Jahre lang keine Dividende zahlen zu wollen.

(awp/dbe)