Die Deutsche Bank muss sich Finanzkreisen zufolge nach sechs Monaten wieder einen neuen Verantwortlichen für den Kampf gegen Geldwäsche und Finanzkriminalität suchen. Der erst im Juli angetretene Brite Peter Hazlewood werde seinen Posten in Kürze wieder abgeben, sagte eine mit der Personalie vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Hazlewood werde aber in der Bank bleiben und eine andere Funktion übernehmen.

Das «Manager Magazin» berichtete online, konzernintern werde über «atmosphärische Störungen» zwischen dem für die Einhaltung der Grundsätze guter Unternehmensführung (Compliance) zuständigen Vorstandsmitglied Sylvie Matherat und dem ihr direkt unterstellten Hazlewood berichtet. Er habe auf ein forscheres Auftreten der Einheit gedrängt. In Finanzkreisen hiess es, ein Nachfolger werde noch im Januar bekanntgegeben. Die Deutsche Bank wollte sich zu der Personalie nicht äussern.

Milliardenschwere Altlasten

Ein Verdacht von milliardenschwerer Geldwäsche in Russland gilt als eine der grössten Altlasten, die die Bank bisher noch nicht bewältigt hat. Hazlewood hatte in dem Bereich zuvor unter anderem für HSBC, JP Morgan und Standard Chartered gearbeitet. Sein Vorgänger bei der Deutschen Bank, Ulrich Göres, hatte die grösste deutsche Bank vor einem Jahr verlassen.

(reuters/gku)