Die Deutsche Bank will ihre Präsenz in China in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. «Wir werden konstant weiter Filialen eröffnen», kündigte Deutsche-Bank-Manager Werner Steinmüller in Frankfurt an. Deutschlands grösstes Geldhaus wolle künftig in allen chinesischen Zentren vertreten sein, in denen es viel internationales Geschäft mit grossen ausländischen und chinesischen Unternehmen gebe.

«Es kann auch mal passieren - aus politischen Gründen -, dass wir gefragt werden, in eine Region zu gehen, die uns nicht so lieb ist», räumte Steinmüller ein. «Und dann kriegen wir wieder eine Filiale, die gewünscht ist.»

Rückenwind durch chinesische Währung

Derzeit hat die Deutsche Bank in dem Riesenreich lediglich sechs Filialen. Wenn eine neue Niederlassung in der Volksrepublik aufgemacht hat, muss sie laut Steinmüller erst einmal operativ laufen und von den chinesischen Behörden abgenommen werden. Erst dann dürfe das Geldhaus bei der Zentralbank die Eröffnung einer weiteren Filiale beantragen, erklärte der Manager, der im erweiterten Vorstand der Deutschen Bank sitzt. «Wir schaffen im Jahr so eine Filiale.»

Rückenwind für das Geschäft mit der Volksrepublik erwartet Steinmüller durch die zunehmende Internationalisierung der chinesischen Währung. Der Renminbi, der aktuell auf Platz neun der wichtigsten Handelswährungen der Welt liegt, werde bis 2020 den dritten Platz hinter dem Dollar und dem Euro einnehmen, sagt die Deutsche Bank voraus.

Anzeige

Renminbi-Geschäft in Shanghai

Der Renminbi ist bisher nicht frei handelbar, allerdings hat die Führung in Peking die Regeln für den Einsatz der Währung in den vergangenen Jahren und Monaten sukzessive gelockert. Die meisten westlichen Banken sind bisher vor allem im Geschäft mit Renmibni ausserhalb Chinas (Offshore) aktiv. «Wir wollen die führende Universalbank im Offshore Renminbi-Markt sein», sagte Steinmüller.

Renminbi-Geschäfte zwischen China und dem Rest der Welt wickelt die Deutsche Bank derzeit über Shanghai ab. Wenn demnächst die Renminbi-Clearingbank der Bank of China in Frankfurt den Betrieb aufnimmt, könnte das Institut aber einige Geschäfte von Shanghai nach Frankfurt verlagern, deutete Steinmüller an. «Wenn sie ein Clearingzentrum anfangen, müssen sie auch Volumen reingeben.»

Frankfurt als wichtiger Handelsplatz

Deutschland und China hatten im März vereinbart, Frankfurt zu einem wichtigen Handelsplatz für Geschäfte in Renminbi zu machen. Dadurch sollen Handelshemmnisse aus dem Weg geräumt werden. Die Abwicklung entsprechender Geschäfte über Hongkong oder Singapur schreckt bisher besonders deutsche Mittelständler ab. Die Deutsche Bank unterstützt den Aufbau der Clearingbank in Frankfurt und hat eine Kooperation mit der Bank of China vereinbart.

(reuters/dbe/ama)