Rechtsstreitigkeiten kosten die Deutsche Bank im ersten Quartal rund 1,5 Milliarden Euro. Diese Kosten seien grösstenteils steuerlich nicht abzugsfähig, teilte das Geldhaus mit. Die Belastungen aus den juristischen Streitigkeiten summieren sich nun auf annähernd fünf Milliarden Euro. Trotzdem werde die Deutsche Bank im ersten Quartal einen Gewinn ausweisen und Erträge fast auf Rekordniveau verzeichnen.

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Die Bank liess offen, für welche Rechtsfälle die Kosten anfallen. Insider hatten zuletzt berichtet, die Strafe im Skandal um Zinsmanipulationen könne sich auf über 1,5 Milliarden Dollar belaufen. Diese Summe müsse die Bank in einem Vergleich mit den Regulierern in Grossbritannien und den USA zahlen. Details nannte die Bank nicht und verwies auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal 2015, die für kommenden Mittwoch (29. April) geplant ist.

Auch Schurkenstaaten-Deals

Der deutsche Konzern zahlt im Skandal um Zinsmanipulationen einem Insider zufolge voraussichtlich mehr als zwei Milliarden Dollar an die Behörden in den USA und Grossbritannien. Dies sagte am Mittwoch eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Der seit langem erwartete milliardenschwere Vergleich mit den Regulierern im Skandal um Zinsmanipulationen soll am Donnerstag bekanntgegeben werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit der Sache vertrauten Personen erfahren hatte.

In den Zinsskandal sind Banken rund um den Globus verstrickt. Nach Erkenntnissen von Regulierern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar. Etliche Institute haben in den vergangenen Jahren Vergleiche mit verschiedenen Instanzen geschlossen. Von der EU-Kommission war die Deutsche Bank bereits Ende 2013 zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert worden.

Ausserdem gehen die US-Behörden wegen Hypothekengeschäften aus Zeiten vor der Finanzkrise hart gegen Banken vor, ebenso wie wegen Geschäften mit «Schurkenstaaten» wie Iran. Zudem laufen Ermittlungen wegen mutmasslicher Manipulationen wichtiger Finanzzahlen - von Devisenkursen bis hin zu Preisen von Gold und Silber. Zu diesen Themen sind in den USA Sammelklagen anhängig, in denen auch die Deutsche Bank Beklagte ist.

(reuters/awp/chb)