Die Deutsche Börse hat ihren Streit mit den USA über Geschäfte mit dem Iran endgültig beigelegt. Das Unternehmen stimmte dem Vergleichsvorschlag der US-Exportkontrollbehörde OFAC zu, wie es in Frankfurt mitteilte. Für die Iran-Geschäfte aus dem Jahr 2008 zahlt der Konzern nun knapp 152 Millionen Dollar.

Clearstream im Fokus

Bei dem Verfahren ging es um den Vorwurf, dass die Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen innerhalb ihres Abwicklungssystems US-Handelssanktionen missachtet und eingefrorenes Geld illegalerweise an den Golfstaat überwiesen haben soll.

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Die Deutsche Börse hatte bereits Ende Oktober über den Vergleichsvorschlag der Behörde informiert und dafür Rückstellungen in ihrer Bilanz für das dritte Quartal gebildet. Das führte zu einem heftigen Gewinneinbruch.

Dabei hätte es für den Konzern noch schlimmer kommen können. Im Januar forderte die US-Behörde zunächst 340 Mio. Dollar.

Die US-Behörden fuhren zuletzt eine harte Linie, wenn es um Geschäftsbeziehungen westlicher Firmen in den Iran geht. Die britische Grossbank HSBC musste etwa im Dezember 2012 wegen Geldwäsche-Vorwürfen die Rekordsumme von 1,9 Milliarden Dollar zahlen.

Dabei ging es auch um Transaktionen in andere Ländern wie Mexiko oder Saudi-Arabien. Konkurrent Standard Chartered musste wegen Iran-Geschäften 667 Millionen Dollar berappen. Auch gegen die Deutsche Bank wird ermittelt.

Im Oktober hatte Clearstream einen anderen Iran-Fall in den USA abgeschlossen. Dabei ging es um die Herausgabe von eingefrorenen Iran-Geldern an die Angehörigen von Opfern eines verheerenden Anschlags auf eine US-Militärbasis im Libanon 1983.

(sda/chb)