Zahlreiche Banken sind wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung einem Medienbericht zufolge ins Visier der Steuerfahnder geraten. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittele in fast 30 Verfahren gegen internationale Geldinstitute und deren Filialen, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» (Samstag). Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, die demnach gemeinsam mit der Wuppertaler Steuerfahndung die Ermittlungen leitet, wollte mit Hinweis auf das Steuergeheimnis den Fall nicht kommentieren. Auch zu betroffenen Banken und die genannten Verfahren äusserte er sich nicht.

Nach Darstellung des «Spiegel» stammen die Informationen aus angekauften Datensätzen und einer rastermässigen Auswertung von Selbstanzeigen. Sollten sich daraus Hinweise auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch Bank und Mitarbeiter ergeben, würden die Wuppertaler Steuerfahnder Verfahren einleiten, schreibt das Blatt.

Bundesland kaufte neue Steuer-CD

Ziel sei die Verhängung einer sogenannten Verbandsgeldbusse. Dabei werden Gewinne der Bank abgeschöpft, die diese durch die Betreuung steuerunehrlicher Kunden erzielt haben. Hinzu komme ein Strafzuschlag. In der Regel zahlten die Banken, damit die Verfahren gegen ihre Mitarbeiter eingestellt würden. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, das Nordrhein-Westfalen erneut Steuerdaten aufgekauft hatte, die Schätzungen zufolge 600 Millionen Euro Steuerforderungen auslösen können. NRW gilt als ein Vorreiter bei der Fahndung nach Steuersündern.

(awp/mbü)