Tagesausflüge und Einkaufsfahrten in die Schweiz sind bei Einwohnern auf der deutschen Seite des Bodensees beliebt. Oder besser, sie waren es. Mit dem starken Franken kam der Preisschock. Vielen Süddeutschen ist die Schweiz seither schlicht zu teuer.

Die fehlenden Tagesausflügler aus Deutschland wirkten sich nicht nur auf die Kassen der Schweizer Unternehmen aus, auch deutsche Betriebe leiden. Die Zeitung «Südkurier» und die Radiosender «Radio7» und «Radio Seefunk» sind die dominierenden Medien zwischen Lindau und Waldshut. Bei ihnen fehlt nun die Werbung von Schweizer Ausflugszielen und Einkaufszentren. Der Rückgang bewege sich im Bereich von minus 30 bis 40 Prozent, so die übereinstimmenden Auskünfte.

Massiver Rückgang

Die Bergbahnen in Grüsch bestätigen. Man habe wegen dem starken Franken die Werbeausgaben gedrosselt, obwohl das Skigebiet bei Tagesausflüglern aus dem süddeutschen Raum eigentlich beliebt sei. Vermehrt würden nun die Kommunikationsmassnahmen auf Schweizer Kunden ausgerichtet.

Auch andere Unternehmen sehen keinen Sinn mehr darin, für ihre Freizeitangebote nördlich des Bodensees zu werben. Der preissensible deutsche Kunde blieb immer mehr aus oder peilte das ebenso nahe Österreich an.

Anzeige

Migros strich Werbung

Auch Die Migros Ostschweiz bestätigte auf Anfrage, dass sie die Werbung für Weihnachtsartikel 2012 im vergleich zu 2011 um 20 Prozent zurück gefahren hat.

Es gibt jedoch auch andere Lösungen. Die Pizol Bahnen pflegen langjährige Geschäftsbeziehungen zu den Medien im Bodenseeraum und haben ihren Werbeetat daher. nicht gekürzt. Sie setzen auf eine schrittweise Anpassung des Euro Kurses. 

Bekanntheit nicht verlieren

So wurde in der letzten Saison ein Eurokurs von 1.45 Franken festgesetzt, in dieser Saison werden 1.35 Franken verrechnet und erst in der kommenden Sommersaison wird auf den Tageskurs umgestellt. Zudem sei das Zurückfahren der Werbung nie eine Option gewesen, weil man die Bekanntheit im Gebiet nicht verlieren wollte.