Die Konjunkturschwäche in Europa und der starke Franken hinterlassen auch bei den Schweizer Luxushotels Spuren. Die Vereinigung «Swiss Deluxe Hotels» verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rückgang der Logiernächte um 1,7 Prozent.

Die 38 Nobelherbergen, die dem Verbund angeschlossen sind, zählten insgesamt 835'000 Übernachtungen. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Gäste noch um 4 Prozent zugenommen.

Der Umsatz ist hingegen schon seit einiger Zeit rückläufig. 2012 lag er mit 1,41 Milliarden Franken erneut tiefer als im Vorjahr, wenn auch das Minus mit 1 Prozent vergleichsweise gering ausfiel, wie die publizierten Zahlen von «Swiss Deluxe Hotels» zeigen.

Euro-Krise macht sich bemerkbar

Neben konjunkturellen Faktoren habe auch das schlechte Wetter in den Sommermonaten das Ergebnis belastet, sagte Jan Brucker, der Präsident der Vereinigung, vor den Medien in Zürich. Zudem machten der Branche die steigenden Kosten zu schaffen.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Europa führen zu deutlichen Verschiebungen in der Zusammensetzung der Kundschaft. Während die Zahl der Gäste aus dem Inland konstant bleibt, scheuen die Touristen aus der EU die Destination Schweiz. Insbesondere die gutbetuchten Deutschen bleiben dem südlichen Nachbarland fern: Ihre Zahl schrumpfte 2012 um 11 Prozent.

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Diesen Einbruch des wichtigsten Marktes vermochten die aufstrebenden Herkunftsregionen wie China, Brasilien oder die Golfregion nur teilweise kompensieren. So kamen aus den Golfstaaten zwar ein Viertel mehr Gäste als noch 2011, ihr Anteil an der Gesamtzahl der Übernachtungen beträgt aber nur 5 Prozent. Jener der Chinesen liegt noch tiefer.

Der Start ins neue Jahr macht den Luxushotelliers wenig Hoffnung auf eine Umkehr des Trends: Im Januar ging die Zahl der Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr 2013 ist «Swiss Deluxe Hotels» denn auch wenig optimistisch und rechnet nach eigenen Angaben mit leicht rückläufigen bis konstanten Gästezahlen.

(chb/muv/sda)