Im Fall der gestohlenen Credit-Suisse-Daten hat die Bundesanwaltschaft ein Verfahren eröffnet. Dabei zeigt sich laut Recherchen der «NZZ am Sonntag», dass Steuerfahnder aus Deutschland 2008 monatlang geheime Kundendaten bei einem CS-Mitarbeiter bestellt haben sollen. Bei diesem handelt es sich um einen heute 28-jährigen, aus Asien stammenden Mann.

Über einen weiteren Beteiligten, einen Mittelsmann in Österreich, seien so nach Weisungen der Steuerfahnder über eine längere Zeitspanne Lieferungen erfolgt. «Datendieb und Mittelsmann erhielten im Gegenzug laut einem Insider eine Belohnung von 2,5 Millionen Euro», heisst es im Artikel.

Die Bundesanwaltschaft hat es nicht nur auf den ehemaligen CS-Mitarbeiter, sondern auch den österreichischen Mittelsmann abgesehen. Das ist insofern erwähnenswert, als dass sich dieser vor einem Jahr in einem Berner Regionalgefängnis das Leben genommen hatte.

Auf diese Weise wolle die Bundesanwaltschaft das Geld einziehen, das die beiden Männer für Datendiebstahl und Datenvermittlung erhalten hätten. «Dieses befindet sich auf Konten in Deutschland, Österreich und Tschechien und ist teilweise blockiert», so die «NZZ am Sonntag». Ein Teil des Geldes sei seinerzeit auch an die Freundin des Credit-Suisse-Mitarbeiters in Tschechien geflossen.

Anzeige

Die deutschen Steuerfahnder haben dank diesen Daten Verfahren gegen mehr als 1000 mutmassliche Steuerhinterzieher eröffnet - «alles in allem rechnen die Behörden mit zusätzlichen Steuereinnahmen von mehreren hundert Millionen Franken». Die CS selbst hatte Deutschland 150 Millionen Euro überwiesen - gegen sie wurde das Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingestellt.

(vst)